Salbei - Graugrüne Heilpflanze aus dem Mittelmeerraum

Salvia Officinalis: Samtige Blätter mit starker Wirkung

Die besondere Kraft des Salbei (Salvia officinalis) war bereits den alten Römern und Griechen bekannt. Vor allem Gelehrte und Philosophen beschäftigten sich mit dem Salbei und sprachen ihm die Fähigkeit zu, den Geist aufzuwecken und das Gehirn zu besseren Leistungen zu ermuntern. Heute haben Studien diese Wirkmechanismen bestätigt und zugleich aufgezeigt, dass Salbei gleich mehrere gesundheitsfördernde Effekte birgt, weshalb die Heilpflanze auch den Beinamen "officinalis" erhalten hat. Diesen Zusatz bekommen nur jene Heilkräuter und -pflanzen, deren Inhaltsstoffe wissenschaftlich untersucht und dabei für wirksam befunden wurden. Die Heilkraft des Salbei verbirgt sich sogar im Namen: Salvia officinalis leitet sich von dem lateinischen Wort "salvere" ab, das so viel bedeutet wie "heilen".

Dass es vor allem die Römer und Griechen waren, die sich in der Antike mit dem Salbei befassten, ist kein Zufall. Denn der Echte Salbei ist im Mittelmeerraum beheimatet, wächst dort auch heute noch wild und behält sogar in den Wintermonaten sein grünes Blätterkleid. Salbei Salvia officinalis beginnt vor allem unter Sonneneinwirkung intensiv zu duften und ist der Familie der Lippenblütler zugehörig. Er kann auch in hiesigen Kräutergärten angebaut werden, wo er mit seinen hübschen, bläulichen Blüten ansprechende optische Akzente setzt. Seinen intensiven Geruch hat der Salbei seinen ätherischen Ölen zu verdanken, die sich in seinen Blättern verbergen und einen antibakteriellen und antivitalen Effekt aufweisen, der auch wissenschaftlich bestätigt wurde. In der Volksheilkunde wird Salbei traditionell zur Behandlung von Verdauungschwierigkeiten, vermehrter Schweißbildung und Entzündungen im Mund- und Rachenraum eingesetzt. Auf das Gewebe wirkt Salbei adstringierend - es zieht sich unter seinem Einfluss leicht zusammen, was die Wundheilung von Entzündungen in der Mundschleimhaut fördern kann.

Doch Salbei ist im Mittelmeerraum auch ein beliebtes Küchengewürz. Die Blättchen können Kräutersoßen beigegeben werden, Getränke aromatisieren oder in Butter geschwenkt zu Fleischgerichten oder Käsesoßen kombiniert werden. Salbei schmeckt nicht nur gut und verbreitet beim Zubereiten einen köstlichen Duft, sondern fördert auch die Bekömmlichkeit der Speisen, weshalb Salbei im Süden ein fester Begleiter von deftigen Lamm- und Hammelgerichten geworden ist. Sein ätherisches Öl kann Blähungen lösen und Durchfall lindern. Getrocknete Blätter der Heilpflanze Salbei Salvia Officinalis eignen sich gut zum Würzen von Tomatensoßen und Gemüsesuppen, können jedoch auf zu Tee aufgegossen werden.

Salbei Salvia Officinalis als Tee zubereiten und in Maßen genießen

Die in der Heilkunde bekannteste Darreichung des Savia officinalis ist der Salbei Tee. Mit ihm lässt sich am einfachsten die besondere Salbei Wirkung entfachen und er kann sowohl mit frischen als auch mit getrockneten Blättern zubereitet werden. Von der Salbeitee Wirkung kannst du profitieren, wenn du unter Verdauungsbeschwerden wie Blähungen oder Durchfall leidest oder dich geistig müde und ausgelaugt fühlst - zum Beispiel einer längeren Lernphase oder während der dunkleren Jahreszeit. Wenn du den Salbeitee für innere Anwendungen nutzt, solltest du jedoch auf das richtige Maß achten. Denn wird Salbeitee über einen längeren Zeitraum mehrmals am Tag getrunken, kann er in seiner Wirkung kippen und toxisch werden. Symptome einer Überdosierung mit Salbei können sich in Hitzewallungen, Krämpfen oder Schwindelgefühlen zeigen. Aus diesem Grund sollte Salbei in der Schwangerschaft besser nicht innerlich angewendet werden. Alle wichtigen Informationen zum Thema Salbei Schwangerschaft bekommst du von deiner Hebamme.

Wenn du Salbeitee bei Reizungen deines Rachens, akuten Halsschmerzen oder Entzündungen im Mundraum verwenden möchtest, solltest du ihn lieber gurgeln, anstatt ihn zu trinken. Denn Salbei kann toxische Stoffe binden und diese sollten anschließend nicht in deinem Verdauungstrakt landen, sondern am besten gleich aus den Organismus heraus transportiert werden. Gurgel über den Tag verteilt mehrmals mit dem auf eine lauwarme Temperatur abgekühlten Salbeitee und nimm für das Aufbrühen die doppelte Menge Salbei - bei Teebeuteln gibst du also zwei Beutel statt einen in die Tasse. Bitte wische dein Waschbecken nach dem Gurgeln sofort aus, denn der Salbei-Sud kann bräunliche Flecken hinterlassen. Salbeitee Schwangerschaft: Auch bei äußeren Anwendungen solltest du sicherheitshalber deine Hebamme und deinen Gynäkologen zu Rate ziehen. Ätherisches Öl wirkt nämlich bei jedem Menschen anders und sollte in seiner Kraft niemals unterschätzt werden.

Salbei Heilwirkung bei Aphten: Das kannst du gegen die schmerzhaften Bläschen tun

Aphten gehören zu den quälendsten Entzündungen im Mundraum und machen manchmal sogar das Essen und Trinken zu einer Tortur, weil sie bei der geringsten Berührung schmerzen und brennen. Wie genau diese weißlich umrandeten Bläschen und Mini-Wunden entstehen, ist wissenschaftlich noch nicht eindeutig geklärt. Manchmal kommen auch mehrere Faktoren zusammen - zum Beispiel anhaltender Stress, eine kleine Bissverletzung und eine Nahrungsunverträglichkeit. Einige Menschen neigen zu Aphten, wenn ihr Immunsystem angeschlagen ist, oder reagieren auf Nüsse, Rotwein, Tomaten, Zitrusfrüchte und Käse mit den kleinen, aber sehr schmerzhaften Entzündungen. Frauen haben mitunter in der kritischen PMS-Phase verstärkt mit Aphten zu tun.

Salbei kann hier wahre Wunder wirken. Er desinfiziert die kleinen Entzündungen nicht nur, sondern bindet auch Giftstoffe und sorgt dafür, dass das Gewebe der Mundschleimhaut sich zusammenzieht. Für die Betroffenen ist damit oft ein spürbares Nachlassen des Schmerzes verbunden. Außerdem schenkt der Salbei ihnen einen frischen, angenehmen Geschmack im Mund. Für die Behandlung von Aphten nimmst du idealerweise frische Salbeiblätter. Du findest sie in gut sortierten Supermärkten oder auf dem Wochenmarkt, kannst aber auch selbst Salbei auf der Fensterbank oder in deinem Kräutergarten ziehen. Pflücke für den Salbei-Sud einige junge Blätter, spüle sie kurz ab und übergieße sie dann mit kochendem Wasser. Lasse den Tee mindestens zehn Minuten lang ziehen und auf eine lauwarme Temperatur abkühlen, bevor du ihn in kleinen Portionen gurgelst.

Bei besonders großen und schmerzhaften Aphten kannst du auch ein Stück Küchenkrepp länglich zusammenfalten, in den Sud tunken und es dann auf die Aphte pressen - vorausgesetzt, du kannst sie gut damit erreichen und die Entzündung befindet sich nicht im hinteren Gaumenbereich. Belasse das getränkte, gefaltete Küchentuch mindestens zehn Minuten lang im Mund und spüle ihn dann mit dem Rest des Suds nach. Hochwertige Zahnpasten oder Mundwasser mit Salbeiextrakten können auch vorbeugend gegen Aphten wirken - hier lohnt es sich, genauer hinzusehen und etwas mehr Geld in die Zahnpflege zu investieren, um eine kluge Prophylaxe zu betreiben. Denn manchmal kann es ein bis zwei Wochen dauern, bis die Aphten vollständig abgeheilt sind und nicht mehr schmerzen.

Salbei Salvia im Garten anbauen und ernten

Salbei kann auch hierzulande problemlos im eigenen Garten oder auf Terrasse und Balkon angebaut werden und duftet nicht nur köstlich, sondern macht dank seiner blauen Blütenstände auch optisch etwas her. Neben dem Salvia Officinalis gibt es auch Ziersalbeiarten, die nicht für Heilzwecke geeignet sind. Wenn du bestimmte Anwendungen mit dem Salbei machen möchtest, solltest du also unbedingt zum Salvia officinalis, dem echten Salbei, greifen. Salbeisträucher bekommst du in jedem größeren Gartenmarkt; du kannst ihn aber auch eigenhändig einsäen.

Für das Einsäen eignen sich der Monat März - allerdings darfst du die Samen nicht direkt in die Erde geben, sondern musst den Salbei zunächst unter Glas oder unter einer Folie aussäen. Die Keime benötigen eine Temperatur von 18 bis 22 Grad, um ihre zarten Triebe zu bilden. Dafür nehmen sie in der Regel zwei bis drei Wochen Zeit. Verpflanzen kannst du sie erst im Mai; vorher ist die Gefahr zu hoch, dass sie Bodenfrost erleiden und eingehen. Seite die Sämlinge in einem Abstand von jeweils 30 Zentimeter ins Beet oder gönne ihnen ein großes Pflanzgefäß. Bereits im Frühsommer kannst du den Salbei mit Hilfe seiner Stecklinge vermehren. Schneide dafür Triebe ab, die bereits leichte Verholzungen aufweisen, und stecke sie in eine gut befeuchtete, mit etwas Sand vermischte Anzuchterde. Salbei-Stecklinge verwurzeln sich meistens recht schnell und stabil.

Salbei Pflege und Ernte: Dankbare und unkomplizierte Pflanze ohne hohe Ansprüche

In der Pflege ist der Salbei unkompliziert und mag es eher trocken. Gießen musst du ihn nur an heißen Tagen und während langer Trockenperioden. Am besten gedeiht Echter Salbei an einem sonnenverwöhnten und geschützten Eckchen in deinem Garten oder auf deinem Balkon. Die Erde sollte nährstoffreich und kalkhaltig sein. Dünger braucht der Salbei kaum; bei zu vielem Düngen besteht sogar die Gefahr, dass er zu kümmern beginnt. Nur einmal jährlich musst du den Salbei zurückschneiden; ein idealer Zeitpunkt dafür ist der Spätsommer, nachdem deine Salbei Pflanzen geblüht haben. Salbei schneiden im Frühjahr ist hingegen keine gute Idee, da er dadurch weniger freudig blüht. Salbei winterhart - das gilt nur bedingt. In besonders kalten und rauen Wintern hat der Salbei es schwer; ab minus 10 Grad kann er absterben. Wenn du deinen Salbei in Kübeln pflanzt, bringe diese von Dezember bis März sicherheitshalber an einem frostsicheren Platz unter.

Du kannst das ganze Jahr über Salbei ernten; auch im Frühling und im Herbst. Wenn du die Blätter zum Würzen und Kochen verwenden möchtest, solltest du jedoch möglichst frische und zarte Triebe pflücken. Eine Schere brauchst du dafür nicht; du kannst sie einfach zwischen Zeigefinger und Daumen unter sanftem Druck der Fingernägel abknipsen. Wenn du den Salbei trocknen möchtest, hänge ihn an einem geschützten, warmen Platz in Büscheln auf und verpacke ihn anschließend luftdicht. Ernte ihn für heilkundliche Anwendungen aber möglichst vor der Blüte, da die Konzentration an ätherischen Ölen zu diesem Zeitpunkt am höchsten ist.

Salbei in der Küche: Köstlich für mediterrane Gerichte und Lamm

Salvia officinalis wird im mediterranen Raum schon seit Jahrhunderten zum Verfeinern und Würzen von fetten Lamm- und Hammelgerichten verwendet. Denn echter Salbei unterstützt den Körper wohltuend dabei, schweres Essen verdauen zu können, ohne dass es dabei zu starkem Völlegefühl und schmerzhaften Blähungen kommen muss. Doch den Einsatz des Salbei in der Küche auf Lamm und Hammel zu beschränken, würde dem Kraut unrecht tun. Salbei harmoniert nämlich auch wunderbar mit Käse und verleiht ihm eine auffallend grüne Farbe, womit er jede Käseplatte bereichert und im Geschmack angenehm mild ist. Auch seine Bekömmlichkeit wird durch den Salbei gesteigert. Salbei kann zudem auch hervorragend in eine frische Kräuterbutter gemischt oder in Marinaden für Grillgut gegeben werden. Hitze vertragen die flaumigen, graugrünen Blättchen überaus gut, weshalb du sie auch in Butter braun anrösten und über eine fruchtige Tomatensoße oder eine cremige Käsesoße geben kannst.

Selbst Kinder lassen sich von dem leichten, feinen Salbeigeschmack überzeugen und lieben die knusprige Kruste, die sich auf den Blättchen bildet, wenn sie in der Pfanne geröstet werden. Übrigens lässt sich mit Salbei auch ein selbst gemachter Essig ansetzen. Wir empfehlen dir, dafür einen biologischen Apfelessig zu verwenden. Damit hast du die doppelte Gesundheitspower gebündelt, denn Bio-Apfelessig enthält zahlreiche gesundheitsfördernde Eigenschaften und ist ein toller Begleiter für eine ausgewogene, basische Ernährung.

Echter Salbei und Ziersalbei: Das sind die wichtigsten Unterschiede

Echter Salbei trägt immer den Namen Salvia officinalis, der ihn als wissenschaftlich anerkanntes Heilkraut kennzeichnet. Im Gartenhandel findest du jedoch auch zahlreiche andere Salbeiarten, den so genannten Ziersalbei. Je nach Sorte bilden sich unterschiedliche Blüten, während die Wuchsformen dem echten Salbei ähneln. Diese Ziersorten sind sehr beliebt, weil sie einfach in der Pflege sind und im Kräuterharten oder im Beet für ein echten Hingucker sorgen - sie haben teilweise sogar gemusterte Blätter in intensiven Farben. Eine Heilwirkung verbirgt sich in ihnen jedoch nicht; sie sehen "nur" schön aus. Möchtest du die wertvollen Inhaltsstoffe des Echten Salbei für dich nutzen, solltest du also darauf achten, dass du Salvia officinalis einsäst. Natürlich kannst du den echten Salbei auch mit Ziersalbei kombinieren. Merke dir dann aber genau, wo du den echten Salbei gepflanzt hast, oder markiere die Pflanze mit einem kleinen Schild.

Verwirrung herrscht manchmal auch beim Räuchern von Salbei. Unter den Schamanen ist es eine lange Tradition, zu rituellen Zwecken mit Salbei zu räuchern. Allerdings ist dabei nicht Salvia Officinalis gemeint, sondern eine Beifuß-Art, die unter anderem wild in den Prärien Nordamerikas wächst. Dieser Steppenbeifuß ähnelt in seinen Blättern dem europäischen weißen Salbei, weshalb die ersten Siedler ihm auch den Namen "Prarie Sage" gaben, also übersetzt "Prärie Salbei" oder "Steppensalbei". Diese Pflanze wurde von den Indianern verehrt und zu verschiedenen rituellen Zwecken benutzt - zum Beispiel für den martialischen Sonnentanz, bei dem sich junge männliche Krieger Haken und Zweige durch die Haut bohrten, die daran befestigten Schnüre an einen Pfahl banden und sich zu Gesängen und Trommelschlägen in Trance tanzten, bis die Schnüre sich von alleine lösten. Durch dieses Ritual erlangten sie ihre Reife als Krieger. Außerdem sprach man dem Steppensalbei bewusstseinserweckende Kräfte zu. Wenn du mit Salbei räuchern möchtest, solltest du dafür also den amerikanischen Beifuß verwenden, denn Salvia Officinalis eignet sich für diese Zwecke nicht besonders gut, auch wenn er beim Rösten in der Pfanne einen angenehm würzigen Geruch mit einer leicht buttrigen Note verströmt.