Rosmarin - Duftende Nadeln für eine bessere Durchblutung

Rosmarin als mediterranes Würzkraut und Heilpflanze mit belebender Wirkung

Rosmarin (Rosmarinus officinalis) ist auch für Laien leicht an seinen besonderen Nadeln zu erkennen, die einen intensiven, würzigen Duft verströmen - und die meisten Menschen bringen diesen Geruch sofort mit der mediterranen Küche in Verbindung. Das wohl bekannteste Gericht, bei dem der Rosmarin eine prominente Rolle spielt, sind die Rosmarinkartoffeln. Doch Rosmarin kann so viel mehr als einem Rezept eine unverwechselbare Note zu verleihen. Als Zusatz in Badeölen oder Einreibungen bringt er Schwung in müde Beine und wärmt strapazierte Muskeln, sein ätherisches Öl wirkt anregend auf den Geist und macht munter, wenn die Gedanken träge zu werden drohen; Rosmarin kann einen niedrigen Blutdruck aus dem Tief kitzeln und wird von vielen Menschen als stärkend empfunden. Es ist also nicht verwunderlich, dass Rosmarinus officinalis zu einem Hoffnungsträger für viele Ärzte wurde, als die Pest in Europa wütete und der Schwarze Tod zahlreiche Menschenleben forderte. Sie konnten die Erkrankten mit dem Rosmarin zwar nicht heilen, vertrauten aber auf seine schützende, stärkende Kraft und rieben sich mit Rosmarin-Öl ein, bevor sie sich um ihre Patienten kümmerten. Schon in der Antike haben Heilkundige den Rosmarin Rosmarinus officialis verwendet, um das Gemüt von Kranken aufzuhellen und ihr Gedächtnis wieder auf Trab zu bringen. Übersetzt bedeutet Rosmarin "Tau des Meeres" - eine außergewöhnlich poetische Bezeichnung für ein Heilkraut.

Bei den Römern und Griechen galt der Rosmarinus officinalis sogar als heiliges Kraut, das den gesamten Organismus anregen und für ein höheres, wacheres Bewusstsein sorgen kann. Deshalb wurde der Rosmarin auch der Göttin Aphrodite geweiht. Bald fanden die damaligen Heilkundigen außerdem heraus, dass Rosmarin dank seiner wertvollen Inhaltsstoffe auch wohltuend auf die Verdauung wirkt und sogar bei Lebensmittelvergiftungen Linderung verschaffen kann. Auch Kopfschmerzen können durch Rosmarin-Anwendungen erträglicher werden. Alchemisten wiederum sprachen dem Rosmarin schützende Kräfte vor dunklen Hexereien und schwarzer Magie zu. Römische Studenten hingegen trugen häufig Kränze aus Rosmarin, weil sie darauf vertrauten, dass sein Geruch sie vor Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten schützte.

Für das Würzen von Gerichten gibt es den Rosmarin in unterschiedlichen Varianten: Die nadelförmigen Blätter des Rosmarins kannst du in frischer, getrockneter und gemahlener Form kaufen und verarbeiten. Für das Würzen von Gerichten gilt: Je frischer, desto besser. Deshalb lassen viele Anhänger der mediterranen Küche den Rosmarin auch in ihrem Garten gedeihen, wo er buschförmig wächst und hübsch blaue Blüten hervorbringt. Rosmarin ist übrigens auch ein beliebter Zusatz in zahlreichen Kosmetika und deshalb in Shampoos, Zahnpasten, Duschgels und Schaumbädern zu finden. Sportler nutzen seine durchblutungsfördernde Wirkung gerne, um nach einer anstrengenden Trainingseinheit wieder Leben in ihre Muskeln zu bringen oder einem Muskelkater vorzubeugen.

Rosmarin Schwangerschaft: Wegen der durchblutungsfördernden Wirkung nicht anwenden

Auf der Basis des Rosmarinus officialis kann auch ein Öl hergestellt werden, dass jedoch auf keinen Fall unverdünnt angewendet werden sollte. Pur aufgetragen kann das Rosmarinöl zu Hautreizungen führen; bei der inneren Anwendung kommt es mitunter zu unangenehmen Begleiterscheinungen im Magen-Darm-Trakt. Hier zeigt sich, wie kraftvoll die ätherischen Öle des Rosmarins wirken können. Deshalb sollten schwangere Frauen auf das Trinken von Rosmarintee verzichten. Denn seine erwärmenden, durchblutungsfördernden Effekte könnten vorzeitige Wehen auslösen und im schlimmsten Falle zu einer Fehlgeburt führen. Auch das Baden mit Rosmarinöl solltest du während deiner Schwangerschaft vermeiden; außerdem sollten Menschen mit einer Herzschwäche Rosmarin-Anwendungen immer mit ihrem behandelnden Arzt absprechen.

Rosmarinkartoffeln Backofen- ein wandelbarer Klassiker der Mittelmeer-Küche

Kartoffeln und Rosmarin harmonieren wunderbar miteinander - und lassen sich vielseitig miteinander kombinieren. Mit Rosmarin gewürzte Kartoffeln können als Beilage gereicht oder als vegetarische Hauptmahlzeit genossen werden. Verwende dafür am besten frische Rosmarinzweige, um vom vollen Aroma der Gewürzpflanze das Beste herauszuholen. Die belebende, entspannende und verdauungsfördernde Rosmarin Wirkung ist ein gesunder Nebeneffekt des Gerichts. Kartoffeln mit Rosmarin aus dem Backofen gelingen auch Anfängern leicht.

Du brauchst dafür festkochende, kleine Kartoffeln, die du zunächst gründlich wäschst und mit einer Bürste von eventuellem Schmutz und Sand befreist. Tupfe sie anschließend mit einem sauberen Küchenhandtuch trocken und halbiere oder viertel sie, sodass du gleich große Stücke erhältst. Nun gibst du hochwertiges Pflanzenöl in eine Schüssel, wäschst einige Rosmarinzweige und schüttelst vorsichtig die Nässe heraus. Trenne mit den Fingern die Blätter von den Zweigen, vermenge sie mit dem Öl und gib die Kartoffeln hinzu. Würze sie kräftig mit Salz und Pfeffer und verrühre sie so lange mit dem Öl und den Gewürzen, bis sie von allen Seiten damit bedeckt sind.

Rosmarinkartoffeln Ofen: Nach Lust und Laune mit anderen Gemüsesorten ergänzen

Für das Backen bedeckst du ein Blech mit Alufolie und legst ein Stück Backpapier darüber, auf dem du die mit Öl und Gewürzen benetzten Kartoffeln verteilst. Gare die Rosmarin Kartoffeln im vorgeheizten Backofen bei 220 Grad und mach nach 20 Minuten die Garprobe mit den Zinken einer Gabel. Du kannst dieses Gericht mit unterschiedlichen Gemüsesorten aufpeppen, das einfach im Ofen mitgegart wird - zum Beispiel Möhrenstücke, Paprikastücke, Champignons oder Fenchel. Serviere die Rosmarinkartoffeln vom Blech mit einem Kräuterquark oder als Beilage für eine sommerliche Grillplatte.

Rosmarin im eigenen Garten anbauen und selbst ernten

Der Rosmarin stammt aus dem Mittelmeerraum und liebt warme Temperaturen. Trotzdem kannst du den Rosmarinus officinalis auch im eigenen Garten ziehen, wenn du dafür einen Kübel verwendest, den du bei Frost an einem geschützten Ort unterbringen kannst. Denn Rosmarin gehört nicht zu den winterharten Kräuterpflanzen. Belässt du ihn in der kalten Jahreszeit in einem Beet, kann es sein, dass er frostige Nächte nicht übersteht. Im Süden ist der Rosmarin trockenen, heißen Sommern ausgesetzt und kommt mit warmen Temperaturen problemlos klar. Was er hingegen nicht mag, ist Staunässe. Deshalb sollte er auch nicht zu üppig gegossen werden. Am besten macht sich der Rosmarin zusammen mit anderen mediterranen Kräuterpflanzen wie Salbei oder Thymian. Gemeinsam verströmen diese südlichen Kräuter einen ansprechenden, würzigen Geruch, der einen sofort in mediterrane Gefilde versetzt. Außerdem lieben sie alle geschützte, warme Standorte - beispielsweise neben einem Mäuerchen oder in einem klassischen Stein-Kräutergarten.

Der Rosmarin ist wintergrün; er behält also das ganze Jahr über seine Blätter, die an Tannennadeln erinnern und in zwei unterschiedlichen Farben schimmern: an der Oberseite dunkelgrün, an der Unterseite beinahe silbrig. Die Blüten selbst erstrahlen in einem ansprechenden Blauton; es gibt aber auch Rosmarin, der weiße Blütenstände bildet. Der Rosmarin benötigt zum Wachsen eine durchlässige Erde, die ruhig steinig sein darf, aber niemals zu viel Humus enthalten sollte. Ein ph-Wert zwischen 5 und 8 gilt als ideal; im Zweifelsfall sollte der Erde ein wenig Kalk untergemischt werden. Das Wichtigste aber ist, dass das Wasser immer gut abfließen kann. Rosmarin pflegen zieht keinen großen Aufwand nach sich - bei Bedarf kannst du ihn behutsam düngen; ansonsten ist der Rosmarin relativ anspruchslos und genügsam.

Rosmarin schneiden und Rosmarin trocknen: Das muss du beachten

Der Frühling ist die perfekte Zeit, um den Rosmarin zu schneiden. Beim Rosmarin Zurückschneiden entfernst du sperrige Zweige und gibst dem Kräuterbusch eine Form, die seiner natürlichen Wuchsrichtung entspricht. Für das Rosmarin Beschneiden solltest du eine scharfe Gartenschere verwenden und mit Gefühl vorgehen. Mit den Jahren wirst du ein sicheres Gespür dafür entwickeln, wann Rosmarin Schneiden notwendig wird und wie du dabei am besten vorgehst.

Du hast zwei Möglichkeiten, den Rosmarin zu konservieren: Du kannst Rosmarin trocknen oder einfrieren. Zunächst aber musst du den Rosmarin ernten. Da Rosmarin immergrün ist, kannst du die Zweige das ganze Jahr über ernten. Die Nadeln sind jedoch am aromatischsten, kurz bevor der Rosmarin blüht, seine Knospen sich aber bereits entwickelt haben. Du pflückst dafür nicht die einzelnen Blätter ab, sondern trennst mit einer sauberen Schere Triebspitzen ab. Dadurch regst du deinen Rosmarin im gleichen Atemzug dazu an, sich neu zu verzweigen und einen dichteren Wuchs zu bilden. Auch die Rosmarin Blüte fällt durch das Ernten oft noch prachtvoller aus. Um den geernteten Rosmarin zu trocknen, bindest du acht bis zehn der abgeschnittenen Triebspitzen zu Bündeln zusammen und hängst sie an einem schattigen, geschützten Ort kopfüber auf. Es dauert zirka drei bis vier Wochen, bis die Triebe des Rosmarin trocken sind. Du erkennst den perfekten Zustand daran, dass die Blätter sich schon bei geringem Druck vom Stängel lösen. Es wird dir also leicht fallen, sie von ihm zu trennen und in ein gut verschließbares Glasgefäß zu füllen. Bewahre die Gläser mit den Rosmarinnadeln lichtgeschützt auf, damit sie ihr Aroma bewahren und ihre gesunden Inhaltsstoffe erhalten bleiben.

Rosmarin einfrieren oder trocknen? Das hängt davon ab, wozu du ihn verwenden möchtest. Für einen Tee eignet sich Rosmarin getrocknet am besten; für eine Marinade und als Beigabe für ein Gemüsegericht solltest du frischen Rosmarin verwenden. Zu diesen Zweck kannst du den Rosmarin auch einfrieren. Verpacke entweder mehrere Triebe luftdicht in eine Tüte oder hacke die Rosmarinblätter klein und streue sie portionsweise in die einzelnen Abteilungen eines Eiswürfelbehälters. Gieße die Aussparungen anschließend mit Wasser auf. So kannst du küchenfertigen Rosmarin wie einen Eiswürfel entnehmen und direkt in das Gericht geben, das du mit ihm würzen möchtest.

Rosmarin vermehren: Mit Stecklingen oder im Wasserglas geht es ganz leicht

Die einfachste Variante der Vermehrung vom Rosmarin funktioniert mit Stecklingen. Du musst dafür jedoch ein wenig Geduld aufbringen, denn sie brauchen mehrere Monate lang, um anzuwachsen. Der Sommer ist die geeignete Zeit, um Seitentriebe des Rosmarins zu entfernen und als Stecklinge umzusetzen. Nimm dafür Triebe, die an der Basis schon etwas verholzt sind - sie sind am ehesten in der Lage, neue und starke Wurzeln zu bilden. Nun musst du nur noch die unteren Blätter und eventuelle Triebspitzen wegschneiden. Danach kannst du die Stecklinge in ein möglichst sandiges Substrat setzen, das du mit einer durchsichtigen Folie bedeckst, um die ideale Temperatur zu gewährleisten. Rosmarin vermehren im Wasserglas ist eine Alternative für Neugierige: Du kannst die Stecklinge in ein Glas Wasser stellen und sie dort ihre Wurzeln treiben lassen, anstatt sie in die Erde zu stecken. Das Vermehren mit Hilfe eines Wasserglases hat den Vorteil, dass du immer sehen kannst, wie es um die Entwicklung der Stecklinge bestellt ist und den richtigen Zeitpunkt erkennst, wann sie ins Freiland umgesetzt werden können.

Rosmarin Pflege: Vor Kälte schützen und bei der Überwinterung nur wenig gießen

Die meisten Rosmarinpflanzen sind nicht winterhart. Deshalb sollten die Kübel mit dem Rosmarin an einen geschützten Ort gebracht werden, sobald die ersten frostigen Nächte ins Land ziehen. Dunkle Kellerräume bekommen dem Rosmarin jedoch nicht. Wenn du den Rosmarin überwintern möchtest, musst du ihm ausreichend Licht gönnen, damit er nicht verkümmert. Bringe die Kübel daher für die Wintermonate in einem Wintergarten oder einem hellen Hausflur unter; Temperaturen von fünf bis zehn Grad sind völlig ausreichend. Allerdings mag der Rosmarin in diesen Zeiten nicht viel trinken. Deshalb sollte er während der Überwinterung im Haus nur ab und zu gegossen werden. Austrocknen sollte der Wurzelballen dennoch auf keinen Fall. Vergewissere dich also regelmäßig, dass die Erde weder zu trocken noch zu feucht ist.

Erst nach den Eisheiligen darf der Rosmarin wieder unter freiem Himmel wachsen - vorher ist das Risiko zu groß, dass er in einer frostigen Nacht abstirbt. Inzwischen gibt es jedoch auch winterharte Rosmarinsorten - darunter der so genannte Rosmarin mehrjährig "Arp". Wenn er sich gut in der Erde verwurzelt hat und gesund wächst, kann er sogar Temperaturen von bis zu minus 20 Grad trotzen und hat die Bezeichnung "Rosmarin winterhart" wahrlich verdient. Er muss jedoch vor der tief stehenden Dezember- und Januarsonne geschützt werden, denn die verträgt er nicht gut. Mit älteren Rosmarinsträuchern verhält es sich übrigens ähnlich wie mit in die Jahre gekommenen Menschen: Sie können empfindlich darauf reagieren, wenn sie noch einmal oder gar mehrfach umgetopft werden. Pflanze deinen Rosmarin deshalb am besten gleich in einen großen Kübel - damit sparst du dir Arbeit und deinem Rosmarin unnötigen Stress.