Lavendel - beliebte Gartenpflanze und sanfte Einschlafhilfe

Lavandula Angustifolia: Basis für duftende Kosmetika und beruhigende Tees

Lavendel und die Farbe Violett sind untrennbar miteinander verbunden - in Südfrankreich blühen im Sommer ganze Felder in der ätherischen und doch intensiven Tönung und verströmen dabei einen sanften, unverwechselbaren Duft. Es gibt kaum einen Menschen, der das Aroma von Lavendel nicht als angenehm und beruhigend empfindet. Außerdem wirkt der Duft von Lavendel auf einprägsame Weise "sauber". Das ist auch der Grund, weshalb bereits die alten Römer Lavendelblüten nutzten, um sie ihrem Badewasser beizugeben und es mit ihnen zu aromatisieren. Heute enthalten zahlreiche Waschmittel, aber auch Küchen- und Badreiniger Lavendel-Essenzen; für Raumdüfte und die Aromatherapie wird Lavendel ebenfalls häufig verwendet. Sein Geruch verleiht einem Raum sofort Frische; gleichzeitig wirkt Lavendel besänftigend auf das Gemüt, soll die Tiefe des Nachtschlafs fördern und sogar schöne Träume schenken können.

Gleichzeitig ist Lavendel eine beliebte Gartenpflanze, denn er verbindet Zierde und Nutzen harmonisch miteinander: Zum einen lockt er Schmetterlinge und Bienen an, zum anderen hält er lästige Schädlinge fern und wird deshalb gerne direkt neben empfindliche Blumen wie Rosen gesetzt. Außerdem sieht ein Lavendelbusch ausnehmend hübsch aus, blüht anhaltend und verströmt vor allem unter Sonneneinstrahlung seinen betörenden, aber niemals aufdringlichen Duft. Früher war der Lavendel ausschließlich im mediterranen Gebiet beheimatet, doch inzwischen sind viele Lavendelsorten winterhart; sie überleben also auch frostigere Zeiten und treiben im Frühjahr neu aus.

Es gibt unterschiedliche Lavendelarten. Besonders dankbar und einfach in der Pflege ist der Schopflavendel, der problemlos in Kübeln und Balkonkästen wächst und auch mal einen Tag ohne Wasser verzeiht. Allerdings ist er nicht frosthart und muss für die Überwinterung an einen einigermaßen warmen Ort im Haus gebracht werden. Die winterharten Sorten werden am besten in einem Beet in die Erde gesetzt und können in entsprechendem Pflanzabstand wunderbar für die Einfassung von Blumenrabatten oder Gartenwegen genutzt werden. Der Lavendel zeigt von Juni bis August seine Blüten, deren Farbskala von einem rötlichen Lila bis zu einem tiefen Pflaumenblau reicht. Es gibt jedoch auch Lavendel Pflanzen, die rosafarbene oder weiße Blüten hervorbringen. Die Blütenstände des Lavendel sind selbst für Laien leicht zuzuordnen, da sie einen bis zu acht Zentimeter langen, charakteristischen Blütenstand bilden, der aus mehreren Blütenreihen aufgebaut ist.

Lavendel schneiden und Duftsäckchen herstellen: So sorgst du für ein frisches Aroma

Lavendel Pflege im Topf ist auch für Hobbygärtner ohne ausgeprägten grünen Daumen keine schwierige Angelegenheit. Du solltest darauf achten, dass die Erde nicht austrocknet, und den Lavendel regelmäßig, aber nie zu üppig gießen. Wenn er zu buschig wächst, ist es Zeit, ihn nachzuschneiden - und die dabei geernteten Blüten kannst du zu hübschen, aromatischen Duftsäckchen weiterverarbeiten. Umfasse für das Schneiden zunächst einen Büschel Lavendel mit einer Hand und schnüre es im unteren Bereich mit einem Bindfaden zusammen. Schneide den Lavendel unterhalb der Schnur ab und trenne die Blütendolden vorsichtig mit einer Gartenschere ab. Der im Topf oder in der Erde verbliebene Rest des Lavendelstrauchs kann sich nun erholen und neue Triebe und Blüten bilden.

Die abgeschnittenen Dolden kannst du auf einem sauberen Küchenhandtuch trocknen und sie anschließend in kleine Baumwollsäckchen geben, die im oberen Bereich mit einem Stück Faden zugebunden werden. Verwende die Duftsäckchen dazu, deinem Kleiderschrank Frische zu verleihen, sie als Raumbedufter einzusetzen oder unter dein Kopfkissen zu legen. Lavendelduft wirkt ausgleichend auf das Nervensystem und kann dich deshalb dabei unterstützen, nach einem stressigen Tag leichter zur Ruhe zu kommen und zurück in die Balance zu finden.

Wann schneidet man Lavendel am besten nach?

Du fragst dich, wann du Lavendel Pflanzen schneiden musst? Wann Lavendel Pflanzen gekürzt werden sollten, hängt davon ab, wie schnell und buschig er wächst. Auf jeden Fall sollte er regelmäßig  gestutzt werden, weil die Pflanzen sonst blühfaul werden und auseinander fallen. Der Lavendel verliert dann an Volumen und macht sogar einen kranken, kümmernden Eindruck.

Der erste Schnitt sollte direkt nach der ersten Blüte erfolgen - je nach Sorte zeigt diese sich im Mai, Juni oder Juli. Treibt der Lavendel ein zweites Mal aus und blüht er im Spätsommer erneut, muss ein weiterer Schnitt erfolgen. Nach der typischen Verholzung im Winter braucht der Lavendel außerdem noch einen Schnitt im Frühjahr - und zwar unbedingt vor der ersten Blüte. Wann Lavendel schneiden: Orientiere dich bei dieser Frage also an der Wuchsfreudigkeit deines Lavendels. Benutze zum Schneiden eine stärkere Gartenschere und achte darauf, dass der Lavendel anschließend genügend Sonne bekommt, um wieder neu austreiben zu können.

Lavendel vermehren Stecklinge: Den Frühjahrsschnitt nutzen

Wenn du den Sommerblüher Lavendel selbst vermehren möchtest, kannst du den ersten Frühjahrsschnitt dafür nutzen. Bei ihm trennst du ohnehin die ersten grünen Stecklinge ab. Gib sie erst einmal in ein Wasserglas, damit sie sich vollsaugen können, und fülle derweil eine flache Pflanzform mit Erde. Eventuelle Verholzungen kannst du mit einem kleinen, scharfen Messer vorsichtig entfernen. Bringe die Stecklinge dann vorsichtig in die Erde, sodass die Blätter herausschauen. Am besten deckst du die Stecklinge anschließend mit einem transparenten, aber leicht luftdurchlässigen Deckel ab. Nach vier bis sechs Wochen haben die Stecklinge ihre Wurzeln gebildet und können ins Beet oder in Pflanzenkübel umgesetzt werden.

Lavendel Wirkung - Ideal für nervöse Zustände und innere Unruhe

Du kannst geschnittenen Lavendel trocknen, um von seiner Heilwirkung zu profitieren. Vor allem die wohltuende Lavendel Tee Wirkung wird in der Volksheilkunde seit Jahrhunderten geschätzt. Lavendel Verwendung hat dank seiner wertvollen Inhaltsstoffe viele Facetten - vom entspannenden Bad bis zur sanften Einschlafhilfe. In manchen Regionen wurde der Lavendel auch als Nervenkräutel oder Schwindelkraut bezeichnet - beide Namen geben klare Hinweise auf jene Beschwerden, für dessen Behandlung  er schon im Mittelalter traditionell genutzt wurde.

Die Duftstoffe (Terpene) des Lavandula Angustifolia haben nämlich die bemerkenswerte Eigenschaft, die Hirnschranke überwinden und binnen Sekunden direkt aufs Nervensystem einwirken zu können. So wird Lavendelöl oder Lavendeltee oft empfohlen, um nervöse Zustände und Einschlafprobleme zu mindern. Du kannst Lavendel überdies bei Verspannungen kreisend in schmerzende Muskelpartien einmassieren. Darüber hinaus kann das Trinken von Lavendeltee Völlegefühl, Bauchkrämpfe und Blähungen auf natürliche Weise lösen.

Gib für die Zubereitung eines Lavendeltees zwei gehäufte Esslöffel getrocknete Lavendel Blüten in ein Teesäckchen oder ein Teesieb und übergieße sie mit 250 Milliliter kochendem Wasser. Lasse den Tee anschließend zehn Minuten lang ziehen. Der Geschmack des Lavendel Tees mag dich überraschen - er ist nicht so angenehm wie sein Duft. In Kombination mit anderen Teekräutern wie Baldrian, Hopfen oder Hanfblättern kann dieses intensive Aroma jedoch gemildert werden. Auch Gewürzfenchel und Lavendel harmonieren gut miteinander. Sei außerdem vorsichtig mit der Dosierung von Lavendeltee. Zu viel davon kann die Schleimhäute von Magen und Darm reizen. Trinke deshalb nicht mehr als eine Tasse Lavendeltee pro Tag.

Lavendelduft als Spinnen-Abwehr: Was ist dran?

Spätestens im Frühherbst ist es wieder so weit - und die ersten Spinnen machen sich auf den Weg ins warme Haus, um einen behaglichen Platz zum Fortpflanzen und Überwintern zu suchen. Für Menschen mit Spinnenphobie beginnt jetzt eine echte Leidenszeit. Spinnen reagieren jedoch sehr empfindlich auf Duftstoffe. Deshalb kannst du versuchen, die unliebsamen Gäste mit Lavendelduftsäckchen auf Abstand zu halten.

Alternativ kannst du eine Sprühflasche mit Wasser füllen und einige Tropfen Lavendelöl und japanisches Minzöl hineingeben. Sprühe mit diesem Gemisch all jene Stellen in der Wohnung ein, wo die Spinnen eindringen können - Fensterrahmen, die Rahmen von Balkontüren, Ritzen im Mauerwerk und Türrahmen, die nicht komplett dicht abschließen. Wiederhole diese Prozedur regelmäßig. Die Chancen stehen gut, dass die Spinnen sich von dem intensiven Aroma abschrecken lassen und ihre Wanderungen woanders fortsetzen.

Wenn du dein Schlafzimmer in der Spinnenzeit abends mit Lavendelaroma beduftest, schlägst du sogar zwei Fliegen mit einer Klappe, denn die Duftstoffe des Lavendel können beruhigend auf deine Psyche wirken und dir beim Einschlafen helfen. Du kannst Lavendelöl ganz einfach über einen Diffuser oder eine klassische Duftlampe mit Kerze verströmen.