Holunderblüte - Basis für leckeren Sirup und gesundheitsfördernden Tee

Schwarzer Holunder: Die Kraft der Blüten für mehr Balance und Wohlbefinden

In der Volksmedizin werden Holunderblüten rund um die Welt dazu genutzt, Tränke herzustellen, die die Gesundheit fördern und Erkältungskrankheiten schneller abklingen zu lassen. Dass Tee auf Basis von Holunderblüten schweißtreibend wirken kann, gilt wissenschaftlich inzwischen als gesichert - die Forscher sind sich nur noch nicht darüber einig, warum dies so ist. Sie gehen davon aus, dass mehrere Pflanzenstoffe gemeinsam für diesen Effekt sorgen, aber auch die hohe Temperatur des Tees eine wichtige Rolle bei der wärmenden und schweißtreibenden Wirkung spielen könnte. Die Beeren des Holunders enthalten wiederum reichlich Vitamin C, was zu einem normal funktionierenden Immunsystem beitragen und vor Infekten schützen kann.

Der Holunder ist eine Pflanze, die ursprünglich aus Nordamerika kommt und heute sowohl im deutschen Raum als auch in den Alpenregionen prächtig gedeiht. Sein lateinischer Name lautet Sambuci flos; die Bestandteile des Holunders haben schon vor Jahrhunderten ihren Einzug in die Volksmedizin gehalten und werden in manchen Gegenden sogar für rituelle Zwecke genutzt. In Europa findet man vorwiegend den Sambucus niger, was übersetzt "Schwarzer Holunder" bedeutet. Doch nicht die Blüten waren hier namensgebend. Denn sie strahlen in einem sanften Weiß. Es sind die schwarzen Beeren, die so charakteristisch für den europäischen Holunder sind.

Holunder Blütezeit: Wann blüht Holunder?

Schwarzer Holunder wird im Alpenraum auch umgangssprachlich "Holler" genannt und wächst am Wegesrand zahlreicher Pfade, auf Abhängen und Lichtungen. Seine Blüten können im Früh- bis Spätsommer geerntet und weiterverarbeitet werden. Zum Holunderblüten trocknen hängt man an einem sonnengeschützten, regensicheren Platz auf. Anschließend werden die Blüten von den Stängeln getrennt und für die sichere Aufbewahrung in dunkle Gläser abgefüllt. Der Duft von Holunder ist angenehm weich und wird von vielen Menschen als ausgleichend und auf sanfte Weise belebend empfunden.

Holunder giftiger Doppelgänger: Darauf musst du achten

Ist Holunder giftig? Die Blüten vom Schwarzen Holunder sind ungiftig. Du kannst also auch selbst Holunderblüten sammeln und trocknen, musst dich aber aber unbedingt vergewissern, dass du dabei keiner Verwechslung aufliegst. Denn der Hollerbusch hat einen gefährlichen Verwandten, der ihm überaus ähnlich sieht: der Zwergholunder, im Volksmund auch Attich genannt. Zu erkennen ist der Attich an seinen langen, schmalen Blättern; außerdem weisen seine Beeren eine Kerbung auf. Wie der Name es bereits verrät, wird der Zwergholunder nur bis zu anderthalb Meter hoch. Das Tückische am Attich: Seine Beeren sind giftig und dürfen keinesfalls verzehrt werden. Wenn du dich also mit Pflanzenbestimmung nicht gut auskennst und auf Nummer sicher gehen möchtest, solltest du zu Holunderblüten aus dem Handel greifen, anstatt deine Holunderblüten selbst zu sammeln.

Holunderblüten als sanfte Unterstützung bei Erkältungen und Schüttelfrost

Die Wissenschaftler haben noch nicht zur Gänze erforschen können, welcher Stoff der Holunderblüten für ihre gesundheitsfördernden Effekte sorgt. Sie gehen davon aus, dass hierbei mehrere Pflanzenstoffe zusammenspielen müssen, damit eine Wirkung eintritt. Die bisherigen Studien sprechen dafür, dass Holunderblüten Essenzen bergen, die schweißtreibend wirken und die Sekretbildung in den Bronchien stimulieren. Bei Husten beispielsweise ist diese Sekretbildung notwendig, damit Krankheitserreger und Giftstoffe über den Schleim abtransportiert werden können. Deshalb geht ein trockener Husten nach einigen Tagen meistens in einen feuchten Husten über. Außerdem scheint es so zu sein, dass Tees und Tränke auf Basis von Holunderblüten die Immunabwehr stimulieren können und antioxidative Eigenschaften bergen. Somit gehören die Holunderblüten in der Pflanzenheilkunde schon lange zu jenen Schätzen der Natur, die gerne für die Behandlung von Erkältungskrankheiten und fiebrigen Infekten eingesetzt werden.

Holunderblüten Rezepte: So bereitest du einen schmackhaften Tee zu

Für einen Holunderblüten Tee werden zwei bis drei Teelöffel getrocknete Holunderblüten mit 150 Milliliter kochendem Wasser überbrüht. Der Sud muss anschließend fünf bis zehn Minuten ziehen können, bevor die Blüten vorsichtig abgeseiht werden. Du kannst die Blüten alternativ auch in ein Teesieb geben, dass du nach Beendigung der Ziehzeit entfernst. Während einer Erkältung kannst du täglich zwei bis drei Tassen Holunderblüten Tee trinken; am besten während der zweiten Tageshälfte. Es gibt auch Teemischungen, für die die Holunderblüten mit anderen klassischen "Erkältungskräutern" kombiniert werden - dazu gehören zum Beispiel Malvenblüten, Huflattichblätter oder Seifenkrautwurzel. Nebenwirken sind beim Holunderblüten Tee  nicht bekannt. Deshalb kann Holunderblüten Tee auch Babys und Kleinkindern gegeben werden. Sprich die Einnahme sicherheitshalber trotzdem mit deinem  Kinderarzt ab und lass länger andauernde Beschwerden medizinisch abklären. Gerade bei hohem Fieber ist ein Arztbesuch unerlässlich, da sich dahinter zahlreiche Krankheitsbilder verbergen können.

Holunderblütensirup: Gesunde Basis für erfrischende Getränke

Holunderblütensirup ist ein Klassiker aus der Küche unserer Großmütter und erlebt seit einigen Jahren ein echtes Comeback. Denn immer mehr Menschen möchten sich gesund ernähren und auf übersüße Säfte und Limonaden aus dem Supermarkt verzichten. Stattdessen verbreitet sich der Trend, sich aus dem Garten der Natur zu bedienen und Sirup als Basis für gesunde Limonaden selbst herzustellen. Manche Menschen empfinden das Trinken von heißem Holundersirup auch als wohltuend bei Halsschmerzen und Heiserkeit. Doch genauso gut kann der kalte Sirup für das Mixen von Cocktails verwendet werden - beispielsweise zusammen mit einem trockenen Sekt.

Holunderblütensirup Rezept:

Du kannst Holunderblütensirup selber machen. Für unser Grundrezept "Holunderblütensirup selbstgemacht" benötigst du:

  • 20 Holunderblütendolden
  • ein Kilogramm Zucker
  • 20 Gramm Zitronensäure
  • 3 Bio-Zitronen

Koche für den Sirup zunächst 1,5 Liter Wasser auf und gib nach und nach den Zucker hinein. Lasse diese Mischung so lange unter Rühren köcheln, bis die Zuckerkristalle sich vollständig aufgelöst haben. Anschließend muss der Sud abkühlen. Erst danach rührt du die Zitronensäure ein.

Nun gibst du die Blüten in ein großes Glasgefäß, schneidest die gewaschenen Zitronen in dünne Scheiben und legst sie auf die Blüten. Danach kannst du die Holunderblüten und Zitronenscheiben mit dem Zuckersud übergießen und ziehen lassen. Dafür solltest du der Mischung mindestens fünf Tage lang Zeit geben und sie gut abdecken. Rühre sie während dieser Zeit immer wieder sorgfältig um. Nach fünf Tagen kannst du den Sirup in ausgekochte Flaschen abfüllen, die du gut verschließt und an einem kühlen Ort aufbewahrst.

Holunderblütensirup Thermomix: Natürlich kannst du deinen Holunder im Thermomix zu Sirup verarbeiten. Holunder entsaften Thermomix: Auch das ist möglich. Im Internet findest du neben Hinweisen zur Verarbeitung im Thermomix zahlreiche Tipps und Rezepte, wie du Holunderblütensirup kalt ansetzen oder Holunderblütensirup ohne Zitronensäure zubereiten und die Holunderblüten Wirkung dabei bewahren kannst.

Holunderblüten Gelee für ein sommerliches Frühstück

Unter die beliebtesten Holunderblüten Rezepte fällt auch das Hollerblüten Gelee und die Holunderblüten Marmelade. Wir geben dir ein einfaches Rezept für Holunder Gelee mit auf den Weg, bei dem du nichts falsch machen kannst und das auch Anfängern gelingt.

Zutaten:

  • 15 Dolden Holunderblüten
  • 500 Milliliter Wasser
  • 500 Gramm Gelierzucker im Verhältnis 1:3
  • 1 Bio Orange und 1 Bio Zitrone

Du kannst die Blüten für Holunder Rezepte und Holunder Marmelade selbst sammeln oder sie kaufen. Sammelst du sie selbst, achte bitte ganz genau darauf, dass sie nicht von Holunder Pflanzen stammen, die dicht an der Straße wachsen, und du sie nicht mit Fliederblüten verwechselst. Die Blüten müssen vom Sambucus Nigra stammen. 

Für die Zubereitung des Gelees wächst du die  Blüten, zupfst sie von den Stängeln, gibst sie in eine Schüssel geben und übergießt sie mit dem Wasser. Danach reibst du die Schalen der gewaschenen Zitrusfrüchte über die Blüten, halbierst die Zitrone und die Orange und presst den Saft ebenfalls in die Schüssel. Nun braucht die Mischung Ruhe: Decke die Schüssel gut ab und lagere sie über Nacht im Kühlschrank.

Am nächsten Morgen kannst du das Wasser-Blüten-Saft-Gemisch durch ein feines Sieb direkt in den Kochtopf geben, den Gelierzucker dazu rieseln lassen und alles zusammen unter Rühren erhitzen, bis die Mischung zu kochen beginnt. Lasse sie so lange wallend köcheln, bis das Gelee fest zu werden beginnt. Nun kannst du es in ausgekochte Gläser füllen, abkühlen lassen und die Gläser anschließend luftdicht verschließen. Bewahre das fertige Gelee am besten in einer kühlen Vorratskammer oder im Keller auf.