Eibisch - Malvengewächs mit schleimlösender Wirkung

Echter Eibisch: Zartrosa Blüten und kraftvolle Inhaltsstoffe

Was ist Eibisch? Die Eibisch Heilpflanze ist den wenigsten Menschen bekannt - und das, obwohl sie als Volksmedizin schon vor unfassbar langer Zeit für die Erhaltung der Gesundheit genutzt wurde. Archäologen haben ein Grab eines Neandertalers untersucht und unter den rituellen Grabbeigaben unterschiedliche Heilpflanzen gefunden. Unter diesen Heilpflanzen befand sich Eibisch Althaea Officinalis, auch als Echter Eibisch bekannt. Man kann also davon ausgehen, dass der Eibisch schon vor sage und schreibe 60.000 Jahren bei den Menschen als Heilpflanze bekannt und geschätzt war. Auch in der Antike experimentierten die Gelehrten, darunter der griechische Arzt Hippokrates, bei der Behandlung von Brandwunden, Abszessen, Zahnschmerzen und Harnwegserkrankungen mit den Wurzeln des echten Eibisch.

Heute setzt die Pflanzenheilkunde bezüglich der Anwendungsgebiete des Eibisch in erster Linie auf seine positive Wirkung auf entzündete Schleimhäute. Dafür gibt es sowohl äußerliche als auch innerliche Anwendungsformen. Zu den wichtigsten Beschwerden, bei denen Arznei Eibisch eine lindernde Wirkung zeigen kann, gehören akute Atemwegserkrankungen, Reizhusten, Entzündungen im Mundraum, Schluckbeschwerden, Halsschmerzen, Heiserkeit und leichte Verläufe einer Magenschleimhautentzündung.

Eibischwurzel Wirkung: Schutz und Heilung für gereizte Schleimhäute

Das Besondere am Eibisch ist sein hoher Gehalt an pflanzlichen Schleimstoffen. Diese Stoffe sind in der Lage, sich schützend auf die gereizten oder entzündeten Schleimhäute zu legen und damit die Schmerzen bei einem trockenen Reizhusten oder das Brennen von Aphten zu lindern, aber auch eine schnellere Heilung zu forcieren. Die gleiche Wirkkraft können die Schleimstoffe des Eibisch auch auf einer beanspruchten Magenschleimhaut entfalten.

Die Kraft der Heilpflanze sitzt in den Eibischwurzeln: Sie enthalten zahlreiche Schleimzellen, wodurch sie sich beim Anfassen auch auffallend fleischig und glitschig anfühlen. Hier zeigt sich wieder das wundersame Erkennungs- und Zuordnungsprinzip von Mutter Natur. Oft verraten das Aussehen und die Haptik der Heilpflanzen, für welche Körperbereiche und Beschwerden sie eingesetzt werden können. So ist die Eibischwurzel in ihrer Verwendung als Arznei geradezu prädestiniert für die Behandlung angegriffener Schleimhäute. Denn sie fühlt sich ganz ähnlich an.

Neben den begehrten Schleimstoffen findet man in den Eibischwurzeln außerdem Pektin; ein pflanzliches Geliermittel, das auch einigen Milchprodukten beigesetzt wird. Der dritte wichtige Inhaltsstoff ist Stärke. Die Blätter und Blüten des Eibisch weisen ebenfalls Schleimstoffe auf - aber in sehr geringerem Maße. Zum Vergleich: In den Wurzeln befinden sich bis zu 35 Prozent Schleimstoffe; in den Blüten sind es nur circa fünf Prozent. Dennoch werden traditionell auch die Blätter und Blüten des Eibisch für die Herstellung von Arzneimitteln gegen trockenen Reizhusten und andere Atemwegserkrankungen verarbeitet.

Übrigens verrät bereits der botanische Name des Malvengewächses, wie wichtig Echter Eibisch in der Naturheilkunde seit Jahrtausenden ist: Eibisch Althaea Officinalis leitet sich von griechisch "altho" ab, was so viel wie "heilen" bedeutet. "Officinalis" ist der offizielle Zusatzbegriff für eine anerkannte Heilpflanze. So zart und unscheinbar die Blüten des Eibisch Althaea Officinalis auch aussehen mögen: Die Eibischwurzeln bergen eine enorme Wirkkraft und sind aus der Naturheilkunde nicht mehr wegzudenken. Im Laufe der Jahrhunderte hat die Heilpflanze weitere umgangssprachliche Bezeichnungen bekommen: Der Volksmund nannte sie je nach Region auch Schleimwurzel, Hilfwurz, Heilwurzel oder Sammetpappel.

Echter Eibisch: Als Marshmallow Wurzel zog er in die Konditoreien ein

Marshmallows kennt in Amerika jedes Kind - und in Deutschland werden sie auch immer beliebter. Die fluffig-weichen Schaumsüßigkeiten können über einem Lagerfeuer leicht angeröstet werden, wozu sie  auf lange, dünne Stöcke gespießt werden. Tatsächlich wurden die ersten Marshmallows mit der Hilfe von Eibisch hergestellt. Die Eibischwurzeln enthalten viel Zucker und wurden für britische Konditoren daher die Grundlage für jene Schwammzucker-Gebilde, die es heute überall als "Mäusespeck"  im Supermarkt zu kaufen gibt und längst industriell aus Glucose hergestellt werden. Dennoch wird Echter Eibisch in Großbritannien nach wie vor als "Marshmallow Pflanze" bezeichnet. Ansonsten wird das Malwengewächs Eibisch in der süßen Küche eher selten genutzt.

Eibischwurzeltee Zubereitung: Auf keinen Fall kochend aufgießen!

Wenn du einen Eibischtee zubereiten möchtest, um von der Eibischwurzel Tee Wirkung zu profitieren, musst du ihn unbedingt als Kaltauszug herstellen, damit die wertvollen Schleimstoffe der Wurzel erhalten bleiben. Übergieße dafür drei Esslöffel kleingeschnittene Eibischwurzel mit einer Tasse kaltem Wasser und lasse den Sud mindestens acht Stunden lang ziehen. Das Gleiche gilt für einen Tee auf Basis von Eibischblättern und Eibischblüten. Vor dem Trinken kannst du den Tee einmal durchseihen und leicht erhitzen.

Wenn du unter schmerzhaften Entzündungen im Mundraum leidest, zum Beispiel unter Aphten, kannst du den Sud zum Gurgeln und Spülen benutzen. Außerdem kann der Tee als Grundlage für feuchte Umschläge verwendet werden - zum Beispiel bei rissiger Haut oder leichten Brandwunden. Bei Furunkeln und größeren Pickeln hingegen empfiehlt sich ein Breiumschlag. Dafür werden die Wurzeln des Eibisch fein gerieben und mit einem guten Honig vermischt.

Man kann die Wurzel des Eibisch auch als Gemüse kochen - allerdings ist der Geschmack eher fade. Die Blüten und Blätter kannst du in einen Wildkräutersalat integrieren. Sie sehen hübsch aus, bieten in punkto Aroma und Würze jedoch keine Geschmackswunder. Dennoch sind sie reich an ätherischen Ölen, Zink, Cumarinen, Gerbsäure und Flavonoiden.

Eibisch Schwangerschaft und Eibisch Stillzeit: Darauf musst du achten

Wenn Frauen sich während der Schwangerschaft erkälten, ist guter Rat teuer - denn normale Erkältungsmedikamente und Schmerzmittel dürfen sie nicht einnehmen. Für das Trinken von Eibischtee liegen allerdings noch keine ausreichenden Untersuchungen vor, um Erkenntnisse darüber zu haben, ob eine Eibischwurzel Zubereitung bei schwangeren Frauen empfohlen werden kann. Eibischwurzel Schwangerschaft: Nimm wegen der unzureichenden Forschungslage also sicherheitshalber Abstand vom Trinken eines Tees, der mit dem Malvengewächs Eibisch zubereitet wird. Du kannst das Althee Malvengewächs jedoch in Absprache mit deiner Hebamme und deinem Gynäkologen für äußerliche Anwendungen benutzen - etwa für einen feuchten Umschlag bei gereizter Haut oder einen Breiumschlag bei Furunkeln und Pickeln. Auch zum Thema "Eibischwurzel Stillen" gibt es noch  keine gesicherten Erkenntnisse über mögliche Nebenwirkungen. Verzichte daher auf das Trinken von Eibischtee während der Stillzeit und greife lieber zu Teemischungen, die sich für stillende Mütter bewährt haben und zu denen dir deine Hebamme rät.

Eibisch Althaea Officinalis selbst anpflanzen: So pflegst du die winterharte Staude

Du kannst den Echten Eibisch auch im eigenen Garten heranziehen. Denke bitte daran, dass der Eibisch aufgrund seiner tief reichenden, fleischigen Pfahlwurzel reichlich Muttererde benötigt. In Kübeln oder Schalen würde er deshalb verkümmern. Die Stauden können bis zu anderthalb Meter Höhe erreichen und sollten immer mit einem ausreichenden Abstand zu den Nachbarpflanzen gesetzt werden.  Im Vergleich zu den mit einem feinen Flaum überzogenen Blättern sind die zartrosa Blüten eher klein und unauffällig. Sie zeigen sich büschelweise in den Monaten Juli, August und September und verströmen einen feinen, leichten und angenehmen Geruch.

Der Eibisch mag es sonnig und windgeschützt. Außerdem braucht er einen feuchten, nährstoffreichen Boden. Ein idealer Platz für den Eibisch ist daher der sonnige Randbereich eines Gartenteiches. Optisch kommt der Eibisch weder vornehm noch edel daher, doch seine Urwüchsigkeit birgt durchaus ihre eigenen Reize. Deshalb passt er am besten in natürliche Gärten, in denen rustikale Wildkräuter und Heilpflanzen aller Couleur erwünscht und willkommen sind.