Brennnessel: Wunderkraut mit vielfältigen Einsatzmöglichkeiten

Große Brennnessel: Fiese Pusteln bei Berührung, aber seit der Antike als Heilpflanze bewährt

Die Brennnessel ist eine heimische Pflanze, die in Deutschland fast überall am Wegesrand, auf Waldlichtungen und in Gärten zu finden ist. Bei Berührung der nackten Haut mit ihren behaarten Blättern kann sie jedoch zu unangenehmen, brennenden Pusteln führen. Viele Menschen meiden deshalb den Kontakt mit der Brennnessel. Doch die Brennnessel allein auf diese schmerzhafte Wirkung zu reduzieren, würde dem Kraut unrecht tun. Tatsächlich zählt die Brennnessel, lateinisch Urtica Dioica, zu den facettenreichsten Kräutern, die Mutter Natur zu bieten hat. Sie ist prall gefüllt mit zahlreichen Vitaminen, Spurenelementen und Mineralstoffen, wurde früher zum Färben von Textilien verwendet, wird seit Jahrzehnten für die Produktion unterschiedlicher Kosmetika eingesetzt und in der Industrie dafür genutzt, Chlorophyll zu gewinnen. Überdies hat die Brennnessel eine lange Tradition als multifunktionelle Heilpflanze.

Der lateinische Name der Brennnessel lautet Urtica Dioica. In der Volkskunde und der Naturheilkunde hat sie auch noch andere Namen bekommen – unter anderem Hanfnessel, Tausendnessel, Donnernessel, Tiesel, Krauskopf oder Zingel. Das robuste Kraut, das zu den Urticaceae zählt, liebt nährstoffreiche Standorte und ist häufig an Wegrändern und Waldrändern, auf Böschungen und in ungepflegten Gärten zu finden. Obwohl die Berührung mit den Blättern der Urtica Urens zu solch schmerzhaften Folgen führen kann, gilt die Brennnessel als ungiftig. In der Pflanzenheilkunde werden nicht nur die jungen Blätter der Urtica für unterschiedliche Anwendungsgebiete verarbeitet, sondern auch die Samen, die Triebe und die Wurzeln. Die Brennnessel kann allerdings leicht verwechselt werden. Optisch gleicht sie der Taubnessel und der Nesselblättrigen Glockenblume. Eine Verwechslung der Pflanzen zieht jedoch keine schwerwiegenden oder gar gesundheitsschädigenden Folgen nach sich. Denn ihre Doppelgänger sind ebenfalls nicht giftig. Sie besitzen nicht einmal Brennhaare. Die sind es nämlich, die schon bei der geringsten Berührung mit der Urtica aufbrechen und dabei Kieselsäure abgeben, die anschließend zu den gefürchteten weißen Pusteln auf der Haut führen.

Brennnessel Wirkung: Blutreinigend, entgiftend, harntreibend

Der Gelehrte Plinius soll bereits im Altertum junge Blätter der Urtica Dioica als schmackhaftes Gemüse empfohlen haben. Außerdem haben Wissenschaftler herausgefunden, dass schon zu den Zeiten der Römer Urticaceae  zur Behandlung von Geschwüren und Lungenerkrankungen verwendet wurden. Ganz ähnlich sah es im Mittelalter aus: Heilkundige haben Brennnesselsud und Brennnessel Tee eingesetzt, um Menschen mit Asthma dabei zu helfen, wieder leichter Luft zu bekommen und tiefer durchatmen zu können. Außerdem wurde die Urtica Dioica als Aphrodisiakum betrachtet und ihren Samen wurde eine fertilitätsfördernde Wirkung zugesprochen. Tatsächlich ist die Brennnessel voller Inhaltsstoffe, denen eine gesundheitsfördernde Wirkung nachgesagt wird: Darunter zählen unter anderem Magnesium, Phosphor, Vitamin A, Vitamin C, Kieselsäure, Eisen, Eiweiß, Folsäure, Flavonoide, Kalium und Chlorophyll.

Heute wird die Urtica in der Naturheilkunde bei Allergien, Durchblutungsstörungen, Ekzemen, Erkrankungen der Leber und der Galle, Gicht, Haarausfall, Kopfschuppen, Magengeschwüren und Verstopfung eingesetzt. Darüber hinaus haben Brennnesseln Verwendung bei der Behandlung von Nierensteinen, Rheuma und Entzündungen der Harnwege gefunden. Die entwässernde Wirkung der Urtica auf die menschlichen Ausscheidungsorgane ist sogar so intensiv, dass die Brennnessel bei Herzinsuffizienz und Ödemen nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt konsumiert werden sollte.

Die Urtica wird auch gerne als natürliche Unterstützung bei Entgiftungskuren herangezogen. Denn sie besitzt eine blutreinigende, entschlackende und harntreibende Wirkung. Viele Menschen schätzen die jungen Blätter der Brennnessel zudem als eine schmackhafte, charakteristische Beigabe zu einem gesunden Wildkräutersalat oder benutzen sie als Grundlage für einen wohlschmeckenden Tee. In der Tiermedizin werden Brennnesseln ebenfalls zur Unterstützung für Entgiftungskuren, bei der Behandlung von Hautgeschwüren und für die Anregung der Milchbildung verwendet. Für Vegetarier und Veganer ist die Urtica deshalb besonders interessant, weil sie eine beachtliche Proteinquelle bietet. Ihre Blätter enthalten bis zu 40 Prozent pflanzliches Eiweiß - damit übertreffen sie sogar das beliebte Soja.

Brennnessel essen: Mit diesen Rezepten nutzt du die Kraft der Natur

Brennnesseln können wunderbar für die abwechslungsreiche, gesunde und vegetarische Küche verwendet werden. Du kannst die jungen Blätter und Triebspitzen der Urtica sogar selbst ernten. Nutze dafür am besten die Zeit zwischen März und Juli und achte darauf, dass du nur die frischen, zarten Blätter abschneidest und die alten, dickeren Blätter außen vor lässt. Brennnesseln können ideal zu einer Art Spinat verarbeitet werden. Genauso gut jedoch lassen Sie sich in würzige Suppen und frische Salate integrieren. Du kannst sogar herzhafte Bratlinge aus ihnen zubereiten.

Wegen des Fuchsbandwurms solltest du die Blätter und Triebe der Brennnesseln vor dem Verzehr aber gründlich erhitzen. Möchtest du die Blätter der Brennnessel roh verarbeiten, solltest du sichergehen, dass du sie in einem Bereich pflückst, in dem keine Füchse unterwegs sind – beispielsweise im eigenen, durch einen Zaun abgesicherten Garten. Alternativ kannst du getrocknete Blätter kaufen.

Da die große Brennnessel keine hohen Ansprüche an die Beschaffenheit des Bodens und den Standort stellt, kannst du die Urtica Dioica problemlos im eigenen Garten anbauen und wachsen lassen. Somit hast du im Sommer jederzeit Zugriff auf ein preiswertes, aber sehr gesundes und facettenreich nutzbares Nahrungsmittel. Ein weiterer Pluspunkt: Die Urtica Dioica hat einen angenehm milden Geschmack und enthält kaum Bitterstoffe. Deshalb schmeckt sie auch den meisten Kindern auf Anhieb. Du wirst beim Verzehr von Brennnesselgerichten außerdem mit zahlreichen Vitaminen und Mineralstoffen versorgt.

Mit Power in den Tag: Brennnessel Smoothie Rezept

Grüne Smoothies erfreuen sich schon seit Jahren großer Beliebtheit und werden von vielen Menschen liebend gerne als Energie-Kick zum Frühstück frisch gemixt. Sie spenden Kraft, sind reich an Chlorophyll und anderen wichtigen Pflanzenstoffen und enthalten die volle Power der Vitamine, da ein Smoothie beim Zubereiten nicht erhitzt wird. Wenn du gerne grüne Smoothies trinkst, kannst du einfach einige Blätter oder Triebspitzen der Urtica in deinen bevorzugten Kräutermix geben. Natürlich kannst du auch einen puren Brennnessel Smoothie mixen. Ernährungswissenschaftler empfehlen jedoch, sich schrittweise an den Genuss der Brennnesseln heran zu tasten, da Wildkräuter in großen Mengen für empfindlichere Mägen nicht immer auf Anhieb gut verträglich sind. Gewöhne deine Verdauung also am besten nach und nach an den Genuss frischer, selbst geernteter Kräuter und gib ihr ein wenig Zeit, sich auf die Kraft der Urtica Dioica einzustellen.

Brennnessel-Spinat als Beilage oder Basis für gefüllte Pfannkuchen

Für einen schmackhaften Spinat auf der Grundlage von Brennnesseln musst du die geernteten Blätter und Triebspitzen 10 Minuten lang in Wasser köcheln. Du kannst das Kochwasser anschließend aufbewahren und als Grundlage für leckere Suppen und Gemüsesaucen verwenden. Alternativ kannst du es sogar dazu benutzen, um deine Zimmerpflanzen und Balkonpflanzen zu gießen. Denn die Inhaltsstoffe der Brennnesseln sind bei Gärtnern schon seit Jahrhunderten ein Geheimrezept zum Pflegen und Düngen nahezu aller Blumen und Pflanzen. 

Wenn du magst, kannst du den Spinat nach dem Zubereiten mit Zwiebeln, Pilzen und Olivenöl in der Pfanne dünsten oder als vegetarischen Pizzabelag einsetzen. Genauso gut kannst du dünne Pfannkuchen mit den gedünsteten Brennnesseln füllen und sie anschließend mit Schafskäse oder Gouda knusprig überbacken.

Brennnessel-Bratlinge: Kross, lecker, gesund

Bratlinge auf der Basis von Brennnesseln werden ganz ähnlich wie normale vegetarische Bratlinge zubereitet und gelingen auch Anfängern auf Anhieb. Ernte dafür zwei Hände voll Brennnessel-Blätter und bereite sie genau so wie den oben beschriebenen Spinat zu. Lasse die gekochten Urtica Blätter danach ein wenig abkühlen und schneide sie dann klein. Nun raspelst du eine Möhre und hackst eine große Zwiebel in Würfel. Verrühre das Gemüse, einen Esslöffel Sesam und ein Ei in einer Schüssel miteinander und würze die Mischung mit Salz, Pfeffer und Muskat. Gib anschließend Semmelbrösel dazu, bis eine formbare, nicht zu lockere Masse entsteht. Mit Hilfe von zwei Löffeln kannst du kleine Buletten aus der Masse formen und sie in heißem Pflanzenöl von beiden Seiten kross braten. Zu den Brennnessel Bratlingen passen Reis und ein Salat aus Tomaten, Gurken und Fetawürfeln. Du kannst sie aber auch zu einem selbst gebackenen Brot und frischem Kräuterquark servieren.

Brennnesselsuppe: Ein Klassiker der Wildkräuter-Küche

Wenn du die Brennnesselgewächse für das Zubereiten leckere Rezepte nutzen möchtest, kommst du an der Brennnesselsuppe nicht vorbei. Sie ist ein echter Klassiker der Wildkräuterküche. Du findest im Internet zahlreiche Rezepte für eine köstliche Suppe auf der Basis von Brennnesseln, mit denen du nach Herzenslust experimentieren kannst. Natürlich kannst du für eine solche Suppe auch getrocknete Brennnesselblätter verwenden.

Tipp: Ergänze das Süppchen mit hälftig geteilten hartgekochten Eiern, die du kurz vor dem Ende der Garzeit in die Suppe gibst. In Kombination mit den Eiern bekommt die Suppe mehr Substanz und sättigt wie ein normales, leichtes Mittagessen. Reiche dazu am besten frisches Weißbrot oder Körnerbaguette und schmecke die Suppe mit einem milden Senf ab. Übrigens kannst du aus den nährstoffreichen Blättern auch ein aromatisches Brennnessel Pesto herstellen oder einen nussigen Brennnessel Salat zaubern.

Brennnesselsaft als entgiftendes Elixier bei körperlichen Beschwerden

Saft aus Brennnesseln ist ein traditionelles Naturheilmittel, das es fertig zubereitet in Reformhäusern und Apotheken zu kaufen gibt. Du kannst den Urtica Saft mithilfe einer Saftpresse aber auch selbst herstellen. Der hohe Kaliumgehalt des Safts wirkt stark harntreibend und hilft dem Körper dadurch, Giftstoffe über die Nieren auszuscheiden. Deshalb wird der Brennnesselsaft häufig bei entzündlichen Prozessen wie Rheuma, Arthrose oder Arthritis empfohlen. Außerdem kurbelt er die Verdauung an. Taste dich deshalb behutsam und in kleinen Dosen an das Trinken von frischem Brennnesselsaft heran. Denn er wirkt wesentlich intensiver als Brennnesseltee.

Brennnessel ernten: Am besten vor der Brennnessel Blüte

Für das Pflücken der Brennnessel Pflanzen gibt es einige Punkte zu beachten. Am wichtigsten sind die passenden Handschuhe. Dünne Stoffhandschuhe werden dich nicht ausreichend schützen können. Deshalb benötigst du unbedingt dicke Gartenhandschuhe, am besten aus Leder, die dafür sorgen, dass sich die gefürchteten Pusteln gar nicht erst bilden können. Warum brennen Brennnesseln eigentlich? Die weißen Quaddeln entstehen dadurch, dass die Spitzen der Härchen, die sich auf den Blättern der Brennnessel befinden, bei Berührung sekundenschnell Säure abgeben - eine natürliche Abwehrreaktion der Pflanze, mit der sie sich vor Feinden schützt. Diese Säure ist nicht gefährlich für dich, aber in ihrer Wirkung "Brennnessel Haut" sehr unangenehm. Deshalb solltest du keinesfalls auf die Handschuhe verzichten, auch wenn die Brennnesseln noch sehr jung sind und du auf den ersten Blick keine behaarten Blätter erkennen kannst.

Der zweite wichtige Punkt beim Ernten: Pflücke immer nur Brennnesseln, an denen du noch keine Blüte an den Brennnesselblättern erkennen kannst. Die Brennnesselblüte ist ein Zeichen dafür, dass die Blätter bereits etwas zäh geworden sind und nicht mehr so mild und fein schmecken wie die Blätter der jungen Brennnessel. Für deine Rezepte solltest du also immer Blätter ohne Brennnessel Blüten verwenden.

Brennnessel Samen: Basis für ein nährstoffreiches Proteinpulver

Wenn du  die Samen der Brennnessel ernten möchtest, musst du warten, bis sie sich im Hochsommer zusammen mit den Blüten an der Pflanze gebildet haben. Brennnesselsamen werden vor allem für Heilanwendungen verarbeitet. Sie eignen sich außerdem gut dafür, zu einem nährreichen Proteinpulver gemahlen zu werden, dass zahlreiche Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente enthält. Dazu erntest du die Brennnesselsamen mit einer Schere und lässt sie anschließend in einem Dörrautomaten trocknen. An heißen Tagen kannst du die Brennnesselsamen auch ausgebreitet auf einem Tuch im Schatten trocknen lassen. Sobald die Brennnesselsamen trocken sind, kannst du sie in einem leistungsstarken Mixer zu Pulver zermahlen. In einem Schraubglas aufbewahrt hält sich das Pulver problemlos einige Monate lang.

Es gibt übrigens zwei unterschiedliche Brennnessel Arten: die große Brennnnessel und die kleine Brennnessel. Wie der Name es schon verrät, ist die kleine Brennnessel nicht so hoch im Wuchs, hat es dafür aber in sich. Denn ihre Blätter brennen stärker als die der großen Brennnessel. Du kannst sie jedoch ebenso gut für die Verarbeitung von Rezepten sowie zum Düngen im Garten verwenden wie ihre große Schwester.

Was hilft gegen Brennnesseln?

Brennnesselkraut kann weh tun - diese Erfahrung hat fast jeder Mensch im Laufe seines Lebens schon einmal machen müssen. Natürlich kann es auch beim Ernten passieren, dass du die Härchen der Brennnesselblätter mit dem Unterarm streifst und sich die brennenden und manchmal auch juckenden Quaddeln bilden. In der Regel heilen die Pusteln von alleine wieder ab und brennen nur wenige Stunden lang. Doch diese Zeit kann je nach Größe der betroffenen Stelle für Menschen mit empfindlicher Haut zu einer Qual werden. Was kannst du also tun, um den lästigen Quaddeln zu Leibe zu rücken - was hilft gegen Brennnessel?

Einen Brennnesselausschlag behandelst du am besten, in dem du einen kalten Waschlappen auf die betroffene Stelle legst. Du kannst auch ein Coolpack verwenden oder einen Eisbeutel benutzen, um den Brennnessel Ausschlag zu kühlen und schneller abheilen zu lassen. Es gibt allerdings Menschen, die unter einer echten Brennnessel Allergie leiden. In diesem Falle sollte beim Kontakt mit den Blättern der Brennnesseln unbedingt ein Arzt zu Rate gezogen werden. Leidest du unter einer Allergie, solltest du in deinem Garten vorsichtshalber alle Brennnesseln entfernen. Brennnessel gesund: Das gilt selbstverständlich nur für Menschen, die nicht allergisch auf die Brennnessel Inhaltsstoffe reagieren. Wenn du die Brennnessel vernichten möchtest, reiße sie mit der Wurzel aus dem Boden und beseitige alle eventuellen nachwachsenden Triebe so schnell wie möglich.

Brennnesseljauche selber herstellen: So geht's!

Die meisten Hobbygärtner ärgern sich darüber, wenn sie Brennnesseln in ihrem Garten finden, und bezeichnen sie als Unkraut. Deshalb werden die Brennnesseln meistens achtlos herausgerissen und landen im Biomüll. Dabei können Brennnesselblätter hervorragend dazu genutzt werden, um einen wirksamen und biologischen Dünger herzustellen, der ein wahres Wundermittel ist. Brennnesseljauche liefert den Pflanzen zahlreiche wertvolle Stoffe, die ihr Wachstum und die Bildung von Früchten unterstützen. Das Besondere an einer Jauche ist, dass alle Bestandteile im Gärprozess nach und nach zersetzt werden. Somit können die Pflanzen die enthaltenen Nährstoffe besonders leicht aufnehmen. Doch Vorsicht: Nicht alles, was im Garten wächst, kann Brennnesseljauche gut vertragen. So sollten Erbsen, Zwiebeln, Knoblauch und Möhren niemals mit Brennnesseljauche gedüngt werden.

Brennnesseljauche selber machen ist nicht schwer. Du solltest für das Gären jedoch einen Platz in deinem Garten wählen, an dem sichergestellt ist, dass der Geruch der entstehenden Jauche niemanden belästigt. Du kannst der Jauche außerdem Steinmehl zugeben, um das strenge Aroma zu mindern. Für die Herstellung der Brennnessel Jauche brauchst du einen Plastikeimer mit 10 Liter Fassungsvermögen, 1 Kilogramm Brennnesseln, die noch keine Blüten oder Samen tragen, und 10 Liter abgestandenes Leitungswasser. Noch besser als ab gestandenes Leitungswasser eignet sich Regenwasser.

Im ersten Schritt schneidest du die Brennnesseln klein, gibst sie in den Eimer und gießt sie mit dem Wasser auf. Nun stellst du den Eimer für circa 14 Tage an einen möglichst sonnigen Platz. Rühre die entstehende Jauche ein bis zweimal täglich gut um. Das ist wichtig, damit genügend Sauerstoff in das Gemisch strömen kann. Die Brennnesseljauche ist dann fertig, wenn der Sud keinen Schaum mehr bildet. Nun kannst du die Brennnesseljauche dem Gießwasser hinzugeben und deine Pflanzen damit düngen. Das Mischverhältnis sollte eins zu zehn betragen, bei sehr sensiblen Pflanzen und Setzlingen ist ein Mischverhältnis von eins zu zwanzig zu empfehlen.

Du kannst übrigens auch einen Sud aus Brennnesseln herstellen, um Schädlinge zu bekämpfen und die Brennnessel gegen Blattläuse zu benutzen. Dafür solltest du die Blätter im gleichen Verhältnis wie die Jauche ansetzen, sie aber höchstens drei Tage lang verwenden, weil sie anschließend ihre Wirksamkeit gegen Schädlinge verliert.

Brennnessel Haarwasser: Für gesunden Glanz und Widerstandskraft

Die Brennnessel Heilwirkung wird auch für die Herstellung von Naturkosmetika genutzt. Denn die Inhaltsstoffe der Brennnesselheilpflanzen wirken sich  positiv auf Haut und Haare aus. Bei den Kosmetika sind die Brennhaare Brennnessel natürlich nicht mehr zu spüren. Du musst dich bei der Anwendung also nicht vor Brennnessel Schmerzen fürchten. Ein wirksames Haarwasser kannst du sogar selbst herstellen – du brauchst dafür lediglich vier Teelöffel klein geschnittene Brennnesselblätter, zwei Esslöffel Apfelessig und 500 Milliliter Wasser.

Koche das Wasser auf, gieße es auf die Brennnesselblätter und lasse den Sud 15 Minuten lang ziehen. Anschließend lässt du ihn abkühlen und fügst den Apfelessig hinzu. Wasche deine Haare wie gewohnt und spülen sie anschließend mehrmals mit der Brennnesselmischung durch. Massiere das Haarwasser dabei sanft mit allen zehn Fingern in deine Kopfhaut ein. Bitte wasche das Haarwasser nicht aus, sondern lasse es danach im Haar verbleiben. Der etwas scharfe Geruch des Apfelessigs verflüchtigt sich nach einer Weile von allein.

Das Haarwasser kann dank der Brennnessel Heilpflanze dazu beitragen, dass juckende Kopfhaut sich entspannt, die Haarwurzeln von innen heraus gestärkt werden und die Schuppenschicht der Haare sich wieder schließt. Dadurch bekommt das Haar einen natürlichen, seidigen Glanz und eine kräftigere, griffigere Struktur. Die Säure des Apfelessigs glättet die Haare außerdem. Um eine nachhaltige Wirkung zu erzielen, solltest du das Haarwasser regelmäßig nach deiner Haarwäsche anwenden.