Die 40 Schwangerschaftswochen: ein Überblick

Über einen Zeitraum von etwa 40 Wochen wächst während der Schwangerschaft im Körper der Frau ein kleiner Mensch heran. Für viele Frauen ist dies eine Zeit mit vielen Veränderung und Fragen. Um sich in dieser Phase besser orientieren zu können, wird die Schwangerschaft in drei Trimester und in Schwangerschaftswochen (kurz SSW) eingeteilt. Üblicherweise berechnet man den Geburtstermin des Babys nach dem ersten Tag der letzten Regelblutung. Daher wird dich am Anfang der Schwangerschaft dein Frauenarzt oder deine Hebamme nach deiner Zyklusdauer und der letzten Regelblutung befragen. Die Berechnung nach dem Tag der Befruchtung ist eine weitere Möglichkeit. Nimmt man den ersten Tag der letzten Periodenblutung als Grundlage, dauert die Schwangerschaft 280 Tage, also 40 Wochen. Nur etwa 5% aller Kinder kommen dabei tatsächlich an dem errechneten Geburtstermin auf die Welt, daher sollte man dies eher als grobe Richtung ansehen und sich nicht zu sehr auf den Tag fixieren. Als gängige Einteilung gilt für das erste Trimester die 1. bis 12. Schwangerschaftswoche, das zweite Trimester geht von der 13. bis 27. Schwangerschaftswoche und das dritte Trimester von der 28. bis 40. Schwangerschaftswoche.

Wenn du den errechneten Geburtstermin weißt, fragst du dich vielleicht dennoch: "Welche SSW bin ich im Moment?" und es gibt verschiede Möglichkeiten, dies heraus zu finden. Für die Berechnung der Schwangerschaftswoche kann man mittlerweile ganz einfach Apps oder Email-Reminder nutzen. Sogenannte Schwangerschaftswochen-Rechner oder Schwangerschaftskalender können durchaus praktisch sein. Damit kann man nicht nur die aktuelle Schwangerschaftswoche berechnen, sondern sie informieren dich zum Teil auch darüber, was gerade bei deinem Baby und in deinem Körper los ist und welche Termine eventuell anstehen. Hebamme und Frauenarzt nutzen zur Berechnung eine besondere Scheibe, das sogenannte Gravidarium. In deinem Mutterpass wird zudem  bei jeder Vorsorgeuntersuchung die aktuelle Schwangerschaftswoche eingetragen, daran kannst du dich ebenfalls orientieren. 

1. Trimester

Bereits zu Beginn der Schwangerschaft spüren viele Frauen Veränderungen in ihrem Körper und fühlen sich oft auch emotional anders - selbst wenn von außen betrachtet im ersten Trimester noch nicht so viel von der Schwangerschaft sichtbar ist. Die ersten Termine beim Frauenarzt stehen an und man sollte sich frühzeitig auf die Suche nach einer Hebamme machen. Insgesamt spricht man in den ersten 12 Wochen von der embryonalen Phase.

Der 1. Monat (1. bis 4. SSW)

Emotional ist diese erste Phase der Schwangerschaft meist eine Mischung aus Aufregung, Vorfreude, Unsicherheit und auch Ängsten. Neben dem Ausbleiben der Periode können erste Anzeichen wie Morgenübelkeit, Empfindlichkeit und Wachstum der Brüste, allgemeine Müdigkeit und Stimmungsschwankungen, sowie intensive Geruchswahrnehmung auftreten. Durch die hormonelle Veränderung werden die Blutgefäße weitergestellt, der Blutdruck sinkt ab und gleichzeitig erhöht sich das Blutvolumen der Frau. Das Herz ist stark gefordert und der Eisenwert fällt physiologisch etwas ab. Dadurch haben viele Frauen im ersten Trimester ein erhöhtes Bedürfnis nach Ruhe und Schlaf. Gerade mal 5-7 Tage nach der Befruchtung nistet sich die befruchtete Eizelle in der Gebärmutter ein. Dies ist später auch der Sitz des Mutterkuchens, der Plazenta. Schon innerhalb der ersten vier Schwangerschaftswochen werden beim Baby die wichtigsten Organe angelegt.

Der 2. Monat (5. bis 8. SSW)

Bereits in der 5. Schwangerschaftswoche schlägt das Herz des Embryos und die Organentwicklung ist in vollem Gange. Bei der ersten Untersuchung durch den Frauenarzt oder die Hebamme wird bei der werdenden Mutter Blut abgenommen, Vitalwerte wie der Blutdruck werden überprüft und auch eine Urinkontrolle steht an. Neben der Bestimmung der Blutgruppe und dem Rhesus-Faktor wird auf einige Infektionskrankheiten wie Röteln oder Toxoplasmose getestet. Auch der Eisenwert wird in der Regel überprüft und sollte über die gesamte Schwangerschaft beobachtet werden. Alle Werte werden im Mutterpass eingetragen. Diesen sollte die Frau während der gesamten Schwangerschaft immer bei sich tragen. Die Vorsorgeuntersuchungen finden bis zur 30. Schwangerschaftswoche in der Regel alle vier Wochen statt, danach alle zwei Wochen. Beim Baby entwickelt sich das Nervensystem und dieses kommuniziert bereits mit den kleinen Muskeln. Gegen Ende des zweiten Monats hat das Baby etwa eine Größe von 15mm und im Ultraschall kann man das Gesicht mit Augen und auch die Ohren bereits erkennen.

Der 3. Monat (9. bis 12. SSW)

Im dritten Monat steht in der Schwangerschaft ein Termin an, auf den vielen Frauen ungeduldig hin fiebern: Der erste Ultraschall. Obwohl das Baby noch unglaublich klein ist, kann man (je nach Schwangerschaftswoche und Ultraschallgerät) schon einiges erkennen. Auch wenn die Kindsbewegungen noch nicht spürbar sind, ist das Baby ordentlich aktiv, was man im Ultraschall manchmal sehen kann. Obwohl viele Frauen bis zu diesem Zeitpunkt gerade mal 2kg zugenommen haben, zeigt sich vor allem im Liegen langsam eine kleine Wölbung am unteren Bauch. Spätestens jetzt sollte man sich als Frau eine Hebamme suchen.

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2. Trimester

Die embryonale Phase des Babys ist abgeschlossen, alle Organe sind angelegt und so heißt es ab dem zweiten Trimester für das Baby vor allem: Wachsen und Bewegungen üben. Die ersten Kindsbewegungen sind für die Mama etwa ab der Hälfte der Schwangerschaft zu spüren. Obwohl das Baby noch winzig klein ist, wird der Bauch der Schwangeren langsam sichtbarer. Den meisten Frauen geht es im zweiten Trimester körperlich gut und sie können die Schwangerschaft so richtig genießen. Gerade wenn der Bauch größer wird, sollte man so oft wie möglich auf eine gute Haltung und eine gesunde Aufrichtung des Beckens achten. Leichte Bewegung wie Spaziergänge oder Yoga tun Mama und Kind in der Regel über die gesamte Schwangerschaft gut.

Der 4. Monat (13. bis 16. SSW)

Ab der 14. SSW. kann das Baby hell und dunkel unterscheiden. Es macht Schluck- und Saugbewegungen und die Nervenverbindungen sind so weit ausgebildet, dass sich das Kind aktiv bewegen kann. Es streckt Arme und Beine und schlägt Purzelbäume. In dieser Phase ist es allerdings noch so klein, dass es dabei in der Regel nicht die Gebärmutter berührt und Kindsbewegungen daher erst in ein paar Wochen spürbar sind. Der Höhenstand der Gebärmutter liegt nun deutlich über dem Schambein und dadurch wird der Schwangerschaftsbauch immer deutlicher. Manche Frauen spüren erstmalig auch ein Spannungsgefühl an der Haut am Bauch. Hier kann regelmäßige Hautpflege mit einem passenden Öl oder auch eine sanfte Zupfmassage Erleichterung schaffen.

Der 5. Monat (17. bis 20. SSW)

Gegen Ende des 5. Monats nehmen die meisten Frauen voller Freude die ersten sanften Kindsbewegungen wahr. Das unklare leichte Flattern am Anfang wird irgendwann deutlicher und diese Berührung von innen schafft eine schöne Verbindung zwischen Mutter und Baby. Das ungeborene Kind trainiert zudem die Lungen mit ersten Atembewegungen und schluckt regelmäßig Fruchtwasser, was wiederum die Verdauung vorbereitet. Reflexe sind angelegt und das Kind beginnt nicht nur am Daumen zu lutschen, sondern spielt zum Teil auch mit der Nabelschnur. Um später die Körpertemperatur gut regulieren zu können, werden besondere Fettzellen angelegt und das Kind nimmt ab jetzt ziemlich rasant an Größe und Gewicht zu. Eine gute Ernährung ist für die werdende Mutter besonders wichtig, um den Körper mit allen wichtigen Nährstoffen ausreichend zu versorgen. Auf der Haut des Babys bildet sich zudem die sogenannte "Käseschmiere". Eine wachsartige, weiße Schicht, welche die Haut des Babys vor dem umgebenden Fruchtwasser schützt. Während frühgeborene Kinder oft überall von dieser Schicht bedeckt sind, bildet sie sich zum errechneten Geburtstermin in der Regel fast vollständig zurück.

Der 6. Monat (21. bis 24. SSW)

Auch ohne Blick auf den Schwangerschaftskalender ist im 6. Monat deutlich: Der Bauch wächst. Die werdende Mutter spürt jetzt regelmäßige Kindsbewegungen und zunehmend sind diese auch von außen tastbar. Häufig zeigt sich in dieser Phase das starke Wachstum von Kind und Gebärmutter als Ziehen an den Mutterbändern, vor allem im Leistenbereich. Körperliche Ruhe reicht hier meistens aus, um die Beschwerden zu lindern. Das Hörvermögen des Kindes ist gegen Ende des zweiten Trimesters soweit ausgebildet, dass es nicht nur akustische Reize wahrnimmt, sondern auch Rhythmen und verschiedene Sprachen erkennen kann. Auch die anderen Reize wie Schmecken und Riechen bilden sich bereits aus. In diesem Zeitraum öffnen Babys ihre Augen und können Lichtveränderungen wahrnehmen.

3. Trimester

Im dritten Trimester rückt der Fokus der Mama zunehmend auf die Geburt. Schwangerschaftsbeschwerden können in dieser Phase vermehrt auftreten, denn der größer werdende Bauch und das erhöhte Gewicht bringen ein paar Einschränkungen mit sich und fordern der werdenden Mama einiges an Kraft und Geduld ab. Ruhepausen sind jetzt besonderes wichtig. Spätestens mit Beginns des Mutterschutzes sechs Wochen vor dem errechneten Termin wird vielen Frauen erst so richtig bewusst, dass sie in wenigen Wochen ihr Baby im Arm halten werden. Vorbereitung auf die Geburt und ebenso für die Wochenbettzeit, Vorstellung für die Geburt im Krankenhaus und das Packen der Kliniktasche stehen in dieser Phase an. Wie viele Schwangerschaftswochen man insgesamt sein Baby im Bauch hat, kann man nicht genau sagen. Manche Kinder machen sich auch schon drei Wochen vor dem errechneten Termin auf den Weg, andere lassen sich deutlich mehr Zeit. Hier sollte man auf alles vorbereitet sein und gleichzeitig möglichst entspannt bleiben.

Der 7. Monat (25. bis 28. SSW)

Für das Baby wird es ab dem 7. Monat deutlich enger in Mamas Bauch. Die Kindsbewegungen sind teilweise sehr deutlich spürbar und bei der Mutter können sich Schwangerschaftsbeschwerden wie Wassereinlagerungen oder Rückenschmerzen zeigen. Das nächtliche Schlafen wird für die Mutter schwieriger, denn die filternden Organe wie Leber und Nieren haben viel zu tun und gleichzeitig drückt das Baby zunehmend auf Beckenboden und Blase. Häufige Toilettengänge in der Nacht sind die Folge. Daher ist Ruhe im Alltag besonders wichtig. Sanfte Yogaübungen, Spaziergänge oder auch Schwimmen können typischen Schwangerschaftsbeschwerden vorbeugen und im Schwangerschaftskalender wird man dich vermutlich auf die Teilnahme an einen Geburtsvorbereitungskurs hinweisen.

Der 8. Monat (29. bis 32. SSW)

Willst du im 8. Monat die SSW berechnen, zeigt sich vermutlich der Hinweis, dass ab der 30. SSW die Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt oder der Hebamme alle zwei Wochen stattfinden. Das Baby wiegt mittlerweile über 1kg und nimmt in Mamas Bauch ordentlich Platz ein. Gelegentliche Übungswehen können sich zeigen und erinnern die Mutter an die bevorstehende Geburt. Vor allem nach körperlicher Belastung zeigt sich dies als „Hartwerden des Bauches“ und ist eine natürliche Vorbereitung auf die Geburt. Übungswehen sollten keine Wirkung auf den noch geschlossenen Muttermund haben. Beim SSW-Rechner wird vielleicht das Wort "Nestbautrieb" fallen, denn viele Schwangere haben jetzt das Bedürfnis, zu Hause alles vorzubereiten.

Der 9. Monat bis zur Geburt (33. bis 36. SSW)

Der Mutterschutz löst die Frau in der Regel sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin von der Arbeit ab und schafft so mehr Raum für die Vorbereitung auf die Geburt und das Leben als Mutter. Dies ist oft eine Mischung aus Vorfreude und gleichzeitig zeigen sich auch Unsicherheiten und Ängste. Der Bauch ist mittlerweile ordentlich gewachsen. Die Gebärmutter hat um die 36. SSW ihren höchsten Stand direkt unter dem Rippenbogen erreicht und langsam wird es eng für das Baby. Die Schwangere kann jetzt vermutlich nur noch kleine Mahlzeiten essen, Sodbrennen und Kurzatmigkeit zeigen sich häufig als Beschwerden. Wassereinlagerungen in den Beinen und Füßen sind gerade in der warmen Jahreszeit eine häufige Begleiterscheinung.

Der 10. Monat (37. bis zur Geburt)

Ab der 36. SSW können Senkwehen dazu führen, dass sich das Baby mit dem Kopf weiter im Becken der Mutter absenkt. Dieses Tiefertreten kann man teilweise von außen sehr deutlich erkennen, denn der ganze Bauch sitzt auf einmal weiter unten. Dadurch hat die werdende Mama wieder mehr Raum zum Atmen und auch der Druck auf den Magen ist geringer. Die endgültige Ausreifung der kindlichen Lungen ist ein wichtiger Prozess in den letzten Wochen der Schwangerschaft. Die Organe des Babys sind für die Geburt vorbereitet und wie auch schon im zweiten Trimester bereitet sich das Kind mit regelmäßigen Atembewegungen und dem Schlucken von Fruchtwasser auf die Zeit nach der Geburt vor.