Das zweite Trimester

Für viele Frauen ist das zweite Trimester die angenehmste Phase in der Schwangerschaft. In dem Zeitraum von der 13. bis 27. Schwangerschaftswoche passiert viel und es ist sicherlich eine ganz besondere und sehr aufregende Zeit mit vielen Veränderungen und einzigartigen Momenten. Hier gibt es den großen Ultraschall und man kann das Geschlecht des Kindes erkennen. Die ersten Kindsbewegungen sind spürbar und vor allem präsentiert sich der wachsenden Schwangerschaftsbauch ganz wundervoll - zumeist ohne die Frau im Alltag großartig einzuschränken. Schwangerschaftsbeschwerden treten eher wenig auf und entsprechend fühlen sich Frauen überwiegend glücklich und wohl in ihrer Haut. Gerade wenn das erste Kind erwartet wird, nutzen viele werdenden Eltern diesen Zeitraum, um nochmal Zweisamkeit im Urlaub zu genießen. Im zweiten Trimester suchen viele Frauen den Kontakt mit anderen Schwangeren. Dies kann über einen Geburtsvorbereitungskurs geschehen und auch sportliche Kurse speziell für Schwangere sind eine beliebte Anlaufstelle.

Der Wechsel vom ersten ins zweite Trimester

Nicht selten ist das erste Trimester für viele Frauen durch Kreislaufprobleme, Übelkeit und Erbrechen eine wahre Geduldsprobe. Gefühlstechnisch durchleben manche Frauen in den ersten Wochen der Schwangerschaft eine emotionale Achterbahnfahrt, sind nah am Wasser gebaut und sowohl körperlich als auch psychisch erschöpft. Oft sieht man von der Schwangerschaft noch nichts und durch das erhöhte Risiko für eine Fehlgeburt sprechen viele werdende Eltern erstmal noch nicht so offen darüber, dass sie ein Kind erwarten. Sorgen und Ängste macht man erstmal mit sich selbst aus und die Wochen bis zum ersten Ultraschall können sich gefühlt ewig in die Länge ziehen. Umso größer die Freude, wenn dann alles in Ordnung ist.Vieles von den anfänglichen Herausforderungen ändert sich im zweiten Trimester. Der Bauch wächst langsam aber sicher und die Schwangerschaft wird offensichtlicher. Die starken hormonellen Veränderungen haben sich eingependelt, wodurch viele körperliche Beschwerden deutlich abnehmen oder komplett verschwinden. Der Kreislauf ist wieder stabiler und gerade Frauen, die im ersten Trimester mit Übelkeit und Erbrechen zu kämpfen hatten, fühlen sich nun insgesamt deutlich wohler. Viele Sorgen und Unsicherheiten aus den ersten Wochen legen sich und oft wird jetzt die schöne Nachricht, dass man "guter Hoffnung" ist voller Freude und Stolz mit der Familie geteilt und auch im Freundes- und Bekanntenkreis erzählt.

Was bei der Frau passiert

Während die rasche hormonelle Veränderung am Anfang der Schwangerschaft für jede Menge Turbulenzen sorgen kann, wirken die Hormone im zweiten Drittel der Schwangerschaft durchaus vorteilhaft. Viele Frauen haben volle, glänzende Haare und ein reineres Hautbild. Das Wort „Schwangerschafts-Glow“ trifft auf manche Frauen wirklich wunderbar zu. Das Baby wächst stetig aber der Bauch hat meist noch eine Größe, welche die Frau im Alltag nicht großartig einschränkt. Die Müdigkeit aus den ersten Wochen lässt nach und viele Frauen fühlen sich voller Energie und Tatendrang. Regelmäßige Pausen sind trotzdem sinnvoll und gesund, denn der weibliche Körper leistet extrem viel. Um die 20. Schwangerschaftswoche steht in der Regel ein größerer Ultraschalltermin an: Hier wird bei dem ungeborenen Kind ausführlich nach Wachstum und Funktionalität aller Organe geschaut. Erleichterung und Vorfreude zeigen sich hier bei den werdenden Eltern deutlich, wenn alle Ergebnisse in Ordnung sind. Das Geschlecht des Kindes ist bei diesem Termin in der Regel deutlich zu erkennen. Hier sollte man auf jeden Fall im Vorfeld mit dem Frauenarzt kommunizieren, ob man dieses genannt bekommen möchte oder nicht.In diesem Zeitraum spüren die meisten Frauen die ersten Kindsbewegungen. Manchmal sind die ersten zarten Bewegungen des Kindes bereits vor der 20. Schwangerschaftswoche wahrnehmbar. Gerade beim ersten Kind kann man oft noch nicht so gut einschätzen, ob das sanfte Flattern oder Pochen im Bauch nun das Baby oder doch nur der Darm war. Doch mit der Zeit werden die Bewegungen des Kindes etwas kräftiger und man kann diese als Schwangere deutlich einordnen. Bis man die leichten Tritte des Kindes auch von außen über die Bauchdecke tasten kann, können allerdings noch ein paar Wochen vergehen. Bei einer Vorderwandplazenta sind die Kindsbewegungen leicht gedämpft und daher meistens erst etwas später oder schwächer zu spüren.

Da Baby und Gebärmutter im zweiten Trimester deutlich und zügig wachsen, spüren Frauen häufig die gespannten Mutterbänder als ein Ziehen im Leistenbereich und im unteren Rücken. Die Mutterbänder halten die Gebärmutter stabil an ihrem Platz. Gleichzeitig müssen sie in der Schwangerschaft nachgeben, um das rasche Wachstum zu ermöglichen. Dieses Spannungsgefühl hält normalerweise ein paar Tage an und ist unbedenklich. Sanfte Bewegungen, Mobilisieren und Dehnen zum Beispiel beim Schwangerschaftsyoga können gut helfen. Rasche Bewegungen und Belastungen durch Heben von schweren Gegenständen sollte man in jedem Fall vermeiden. Bei anhaltenden oder stechenden Schmerzen, sowie auch bei Verdacht auf vorzeitige Wehentätigkeit sollte man immer den betreuenden Frauenarzt oder die Hebamme zu Rate ziehen. Gerade psychischer Stress kann eine solche Problematik forcieren, daher sind ausreichend Pausen und Phasen der Entspannung in der Schwangerschaft besonders wichtig. Eine sehr angenehme Möglichkeit, um sich Zeit zu nehmen und liebevoll mit der Veränderung der Schwangerschaft zu beschäftigen, ist das Einölen des Bauches. Dies kann der gespannten Haut Erleichterung schaffen und ist gleichzeitig für viele Schwangere ein schönes Ritual, um bewusst Zeit mit ihrem ungeborenen Kind zu verbringen und Kontakt aufzunehmen. Das mom to mom Körperöl eignet sich hierfür hervorragend. Es ist speziell auf die empfindliche und zarte Haut der werdenden Mama ausgerichtet und überzeugt durch die besonders hautschützenden Eigenschaften des enthaltenen Aprikosen- und Mandelöls.

Entwicklungsschritte des Babys

Im ersten Trimester, der sogenannten fetalen Phase, werden beim Kind alle Organe angelegt. In der weiteren Schwangerschaft geht es primär um das weitere Reifen und Wachsen aller Organe und Körperteile. Das kindliche Rückenmark ist im 2. Trimester soweit ausgebildet, dass erste Bewegungen vom Baby gesteuert werden können. So trainiert das Kind zuverlässig die Muskulatur und bereitet sich auf die Zeit nach der Geburt vor. Das Baby schluckt zum Beispiel regelmäßig Fruchtwasser, um den Magen-Darm-Trakt vorzubereiten. Und obwohl das Kind während der Schwangerschaft noch nicht atmet, wird die Atemhilfsmuskulatur regelmäßig trainiert. Viele Kinder haben Schluckauf, was man als Schwangere teilweise deutlich spüren kann. Sogar einzelne Finger können schon bewegt werden. Manchmal sieht man im Ultraschall, wie das Kind nach der Nabelschnur greift oder am eigenen Daumen lutscht. Auch die Gesichtsmuskulatur wird trainiert und das ungeborene Kind übt sich in Mimik: es gähnt, lächelt und spielt mit den eigenen Lippen. Gleichzeitig bilden sich immer deutlicher Schlaf- und Wachphasen aus, welche die Mutter zunehmend über die Kindsbewegungen beobachten kann. Gleichzeitig kann das Baby die Gefühle der Mutter deutlich wahrnehmen.Die Entwicklung des Kindes im 2 Trimenon mit Hinblick auf Größe und Gewicht ist schlicht beeindruckend. Zu Beginn des zweiten Trimesters hat das Baby etwa eine Größe von sechs bis sieben Zentimetern und wiegt gerade mal 20 Gramm. In der 27. Schwangerschaftswoche misst das Kind von Scheitel bis Fuß etwa 36cm und wiegt zwischen 900g bis 1000g. Wie das Baby im Bauch der Mutter liegt ist zu diesem Zeitpunkt noch sehr wechselhaft. Es hat ausreichend Platz um sich zu drehen und verändert die Position noch relativ häufig.

Gegen Ende des zweiten Trimester öffnen die Kinder erstmalig ihre Augen und das Baby entwickelt ein Gefühl von hell und dunkel und kann Lichtveränderungen deutlich wahrnehmen. Auch andere Sinne entwickeln sich. Gegen Ende des zweiten Trimesters kann das Baby Schmecken und Riechen. Mit dem Baby zu sprechen ist ebenfalls eine tolle Idee, denn das Hörvermögen des Kindes ist ausreichend ausgebildet. Besonders faszinierend ist, dass Babys dabei nicht nur akustische Reize wahrnehmen, sondern auch Rhythmen und verschiedene Sprachen erkennen können.

Verfasst von Evi Bodmann, Hebamme

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