Checklisten in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft gibt es so einiges zu erledigen und viele neue Themengebiete, in die man sich erstmal reinlesen darf. Um den Überblick zu behalten - und vor allem nicht die Nerven zu verlieren - kann es durchaus hilfreich sein, sich Checklisten anzulegen. Die Schwangerschaft planen, ist im Grunde nicht möglich, denn vieles ergibt sich erst mit der Zeit oder kann sich wieder verändern. Doch ein paar Dinge kommen auf jeden Fall auf einen zu und sollten nicht vergessen werden und da können Checklisten wirklich hilfreich sein. Ob man hier Oldschool eine Liste zum Abhaken schreibt, Checklisten aus dem Internet ausdruckt, eine passende App findet oder mit dem Partner ein Dropbox-Paper teilt, das ist sicherlich eine individuelle Entscheidung. Möglichkeiten gibt es auf jeden Fall zahlreiche und dieser Beitrag soll dir eine grobe Übersicht schaffen, in welchem Bereich eine Checkliste für dich eventuell hilfreich sein könnte.

Zu Anfang der Schwangerschaft

Nach Feststellen der Schwangerschaft durch den Frauenarzt oder die Hebamme erhält man in der Regel zeitnah einen Mutterpass. Dieses wichtige Dokument solltest du über die gesamte Schwangerschaft immer bei dir tragen. Gerade in der ersten Zeit der Schwangerschaft ist dies wichtig. Solltest du beispielsweise im ersten Trimester in einen Unfall verwickelt sein, ist die Schwangerschaft noch nicht offensichtlich und für die behandelnden Ärzte oder Ersthelfer kann der Mutterpass sehr hilfreich sein.

Die erste Checkliste kannst du im Grunde bereits in der Frühschwangerschaft anlegen, wenn du anfängst sämtliche Hebammen im Umkreis zu kontaktieren. Denn während die eine per Email kontaktiert werden möchte, hat die nächste Hebamme ein Formular auf ihrer Website und eine weitere kann man nur telefonisch während ihrer Sprechzeiten erreichen. Um hier zu wissen, wen man bereits kontaktiert hat und wo man noch auf Rückmeldung wartet, kann eine Checkliste bereits sinnvoll sein. Gerade in den städtischen Gebieten sind Hebammen rar und die Suche nach der passenden Begleitung kann sich entsprechend als schwierig gestalten. Hier sollte man sich früh bemühen und nicht das erste Trimester abwarten. Letztendlich hat man auch im Falle einer Fehlgeburt Anspruch auf die Begleitung durch eine Hebamme und somit macht eine frühe Kontaktaufnahme immer Sinn. Achte darauf, der Hebamme am besten bereits einige Informationen zu dir mitzugeben.

Checkliste Hebammensuche
  • Dein Name
  • Dein Wohnort oder der Stadtteil, vielleicht sogar die Straße
  • Der errechnete Geburtstermin
  • Die wievielte Schwangerschaft das für dich ist
  • Planst du eine Hausgeburt, Beleggeburt oder dein Kind im Geburtshaus auf die Welt zu bringen?
  • Wie und wann sie dich am besten erreichen kann
  • Sonstiges
Vorsorgeuntersuchung

Für jedes Trimester bis zum Geburtstermin sind unterschiedliche Untersuchungen vorgesehen und so hat man bereits früh in der Schwangerschaft die ersten Termine. Manche Arztpraxen vergeben direkt im vorgesehenen Abstand die Termine für alle weiteren Vorsorgeuntersuchungen. Diese finden anfangs etwa alle vier Wochen statt und ab der 30. Schwangerschaftswoche dann alle zwei Wochen. So kann Frau bereits anfangen die Schwangerschaft etwas zu planen. Gerade für die Ultraschalltermine ist es natürlich schön, wenn der werdende Vater oder die Partnerin mit dabei sein kann. Wichtig ist hierbei: Die Vorsorgeuntersuchung, abgesehen vom Ultraschall, kann man als Frau sowohl beim Frauenarzt als auch bei der Hebamme machen. Hier sollte man sich bereits früh in der Schwangerschaft mit der begleitenden Hebamme besprechen, wie die Betreuung allgemein und die Vorsorgeuntersuchungen ablaufen sollen und welche Präferenzen man hat. Termine wie die Feindiagnostik werden teilweise von darauf spezialisierten Praxen durchgeführt. Alle Befunde der Vorsorgeuntersuchung oder von einem Ultraschall werden in der Schwangerschaft sowohl von der Hebamme als auch von dem jeweiligen Frauenarzt im Mutterpass eingetragen, was bei einer wechselnden Betreuung hilfreich ist. Lass dir die Befunde stets erklären und achte gerade in dem Bereich Anamnese auf eine gute Vollständigkeit.Eine wechselnde Begleitung in der Schwangerschaft bringt für die Frau den Vorteil, dass sie mehrere Ansprechpartner hat. Während der Frauenarzt in der Regel eher den medizinischen Bereich abdeckt, sind Hebammen zudem Expertinnen für die Vorbereitung auf die Geburt und können natürlich auch Tipps zu der ersten Zeit mit Baby geben und so schon in der Schwangerschaft diese Zeit gut mit dir vorbereiten. Wenn du bereits eine "Checkliste Schwangerschaft" angelegt hast, kannst du diese ebenfalls mit deiner Hebamme besprechen. Auch mit Informationen rund um Behördengänge wie das Beantragen der Geburtsurkunde oder der Vaterschaftsanerkennung, kennen sich Hebammen in der Regel gut aus und können dir die entsprechenden Stellen vor Ort nennen. Auch mit Fragen "Wo beantrage ich Mutterschaftsgeld" können sie dir weiterhelfen. 

Formalitäten und Veränderungen im Job

Je nach Beruf sollte Frau bereits früh im ersten Trimester den Arbeitgeber informieren. In manchen Bereichen geht mit der Schwangerschaft sofort ein Beschäftigungsverbot einher oder die Arbeitszeiten oder -Bedingungen ändern sich. In Deutschland greift das Mutterschutzgesetz und schützt sowohl die Gesundheit der Frau als auch des Kindes während der Schwangerschaft und auch nach der Entbindung und in der Stillzeit. Sich über das geltende Recht zu informieren und dem Arbeitgeber gegenüber informiert auftreten zu können, ist sicherlich hilfreich. In manchen Berufen wird viel Rücksicht auf schwangere Frauen genommen und diese besondere Phase wird freudig und unterstützend im Arbeitsumfeld mitgetragen. Manche Frauen erleben leider auch wenig Verständnis, Missgunst oder unnötige Schwierigkeiten in ihrer Schwangerschaft, was sehr belastend sein kann.

Den Mutterschutz beantragen, beziehungsweise in diesem Zusammenhang das Gespräch mit dem Arbeitgeber auch über die geplante Elternzeit zu führen, ist in jedem Fall ein wichtiger Punkt in der Schwangerschaft. Wenn du dir also eine "To do Liste Schwangerschaft" schreiben möchtest, gehört dieses Thema sicherlich darauf. Vielen Frauen fragen sich zudem: "Wann Mutterschaftsgeld beantragen?" Die Antwort darauf ist: Das Mutterschaftsgeld wird im dritten Trimester beantragt. In der Regel erhält man um die 35. Schwangerschaftswoche vom Frauenarzt oder der Hebamme nochmals eine Bestätigung über den errechneten Geburtstermin. Dies ist wichtig, denn daran berechnet sich erstmal der Zeitraum für das Mutterschaftsgeld, sowie auch der Beginn des Mutterschutzes. Im Angestelltenverhältnis in Deutschland bekommt man so ab sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin das Mutterschaftsgeld in Höhe von 13€ pro Kalendertag von der gesetzlichen Krankenkasse und den restlichen Teil zum normalen Gehalt vom Arbeitgeber. Dafür muss man natürlich das Mutterschaftsgeld beim Arbeitgeber beantragen und ebenso auch bei der Krankenkasse. Wenn man selbständig tätig ist oder privat krankenversichert, sieht die Situation etwas anders aus und eine individuelle Beratung ist sinnvoll.

Die letzten sechs Wochen vor der Geburt nicht arbeiten zu müssen, ist für die meisten Frauen eine enorme Entlastung am Ende der Schwangerschaft, denn so kann man die letzten Wochen vor dem Geburtstermin zu Hause genießen und hat einfach deutlich mehr Zeit für sich. In der Regel sind die Checklisten und Ideen, was noch alles erledigt werden sollte auch durchaus lang genug, um diesen Zeitraum problemlos zu füllen. Da nicht alle Kinder direkt am errechneten Geburtstermin auf die Welt kommen, wird das Mutterschaftsgeld nach der Geburt des Kindes, wenn man die Geburtsurkunden hat, nochmal neu berechnet und erstreckt sich dann nochmal über 8 Wochen nach der Geburt. Bei Mehrlingen oder einer Frühgeburt sind die Zahlen übrigens etwas anders. Das Mutterschaftsgeld wird zudem auch mit dem Elterngeld verrechnet, man bekommt also in den ersten acht Wochen nach der Geburt nicht das doppelte Geld. Während das Mutterschaftsgeld für die schwangere Frau auch nach der Geburt ein fester Bestandteil ist, gibt es für die Vaterschaft kein Geld über die Krankenkasse. Elterngeld dagegen können auch die Väter beantragen. Man bekommt sogar insgesamt für mehr Monate Elterngeld, wenn beide Elternteile ihren Anspruch nutzen. Dies bietet einen schönen Anreiz für Eltern, die ersten Wochen nach der Geburt gemeinsam zu Hause zu bleiben. Und für die Väter ist dies sicherlich auch ein schöner Einstieg in die Vaterschaft und es schafft ein besseres Verständnis in der Beziehung, für die neue Aufgabe als Eltern. Das Kindergeld ist übrigens unabhängig von Mutterschaftsgeld und Elterngeld.

Checkliste für Gelder und Elternzeit
  • Mutterschaftsgeld: (13€ pro Kalendertag ab 6 Wochen vor dem Geburtstermin und dann nochmal 8 Wochen nach der Geburt durch die gesetzliche Krankenkasse). Der restliche Teil wird vom Arbeitgeber übernommen.

Mutterschaftsgeld wird um die 35. Schwangerschaftswoche sowohl bei der gesetzlichen Krankenkasse als auch beim Arbeitgeber beantragt. Dafür benötigt man eine Bestätigung über den errechneten Geburtstermin vom Frauenarzt oder der Hebamme. Nach der Geburt die Geburtsurkunde an Krankenkasse und Arbeitgeber schicken.

  • Elterngeld: wird bei der Elterngeldstelle beantragt und zwar erst nach der Geburt zusammen mit der Geburtsurkunde des Kindes. Den Antrag kann man bereits in der Schwangerschaft vorbereiten.
  • Elternzeit: muss beim Arbeitgeber 7 Wochen vor dem Beginn der Elternzeit formlos und schriftlich beantragt werden.
  • Kindergeld: erhält man für das Kind nach der Geburt. Auch für diesen Antrag benötigt man eine Geburtsurkunde.
Vorbereitung ist sinnvoll

Manche Anträge kann man zwar erst nach der Geburt einreichen aber bereits in der Schwangerschaft vorbereiten. Das ist in jedem Fall eine gute Idee! Denn im wuseligen Alltag mit Baby, sowie der Erschöpfung nach der Geburt und vermutlich geringer Konzentration durch Schlafmangel und Überforderung findet man normalerweise nicht den klaren Kopf und seitenweise Papiere auszufüllen. Der Antrag für das Elterngeld ist zum Beispiel relativ umfangreich. Diesen kann man zwar erst nach der Geburt abschicken, denn man benötigt dafür die Geburtsurkunde des Kindes, aber die Anträge kann man sich bereits in der Schwangerschaft besorgen und entsprechend ausfüllen und alles vorbereiten. Das gleiche gilt für den Antrag auf Familienversicherung für die Krankenversicherung des Kindes. Über welchen Elternteil das Kind versichert werden soll oder ob es eine private Krankenversicherung geben wird - darüber kann man sich bereits in der Schwangerschaft Gedanken machen. Zudem sollte man natürlich auch den Arbeitgeber informieren, wie lange man Elternzeit nehmen will. Relativ leicht ist der Antrag für Kindergeld. Auch diesen kann man vorbereiten und dann entsprechend mit der passenden Geburtsurkunde abschicken, um zeitnah das Geld zu erhalten. Manche Eltern bereiten hier nicht nur die Anträge vor, sondern beschriften und frankieren auch bereits die entsprechenden Umschläge. Das mag einem vielleicht übertrieben vorkommen, doch nach der Geburt wird man für dieses "etwas mehr Vorbereitung" vermutlich dankbar sein. Für diese ganzen Formalitäten und Bögen eine Checkliste anzulegen, welche Papiere von welchem Elternteil oder Arbeitgeber noch fehlen oder welche Fristen man beachten sollte, kann sehr hilfreich sein.Anerkennung der Vaterschaft und Sorgerecht
Wenn die werdenden Eltern nicht verheiratet sind, kommen möglicherweise noch ein paar weitere Optionen beziehungsweise Behördengänge auf. Man kann sich in diesem Fall entscheiden, wie man mit der Anerkennung der Vaterschaft sowie dem gemeinsamen Sorgerecht umgehen will. Während bei verheirateten Paaren automatisch ein gemeinsames Sorgerecht für das Kind nach der Geburt besteht, hat bei unverheirateten Paaren automatisch die Mutter das alleinige Sorgerecht. Das gemeinsame Sorgerecht muss beantragt werden. Dies kann, ebenso wie die Anerkennung der Vaterschaft, bereits in der Schwangerschaft geschehen. Es macht bei den jeweiligen Ämtern übrigens immer Sinn, nach den benötigten Papieren im Vorfeld exakt zu fragen. Gerade bei Geburtsurkunden, Auszügen aus dem Geburtenregister oder ausländischen Reisepässen gibt es manchmal ein paar Kleinigkeiten zu beachten. Sollte es Verständigungsprobleme geben, muss teilweise auch ein neutraler Übersetzer mit vor Ort sein.

Checkliste für dein Baby und Anmeldung nach der Geburt

Eine weitere "Checkliste Baby" anzulegen kann ebenfalls hilfreich sein. Dabei geht es für die meisten Eltern primär um die Erstausstattung und eine gute Übersicht. Wie viel Kleidung wird in welcher Größe eigentlich benötigt, was hat man bereits oder bekommt man im Freundeskreis geschenkt oder geliehen? Bei Kleidung ist es immer ratsam, die Anzahl und auch die jeweilige Größe aufzuschreiben. Je nach Jahreszeit ist auch die Info wie "Body langarm" oder "Body kurzarm" wichtig. Lass dich hier gerne von deiner Hebamme beraten oder geh mit einer Freundin, die bereits Kinder hat deine Ideen durch. Meist braucht man deutlich weniger, als man anfangs denkt. Und bei Checklisten aus Babymärkten ist auch etwas Zurückhaltung gefordert - denn meist braucht man bei weitem nicht alles, was hier aufgeführt wird. Solltest du vom Arbeitsamt oder Jugendamt finanzielle Unterstützung bekommen, schreib auf jeden Fall auch "Erstausstattung Baby beantragen" mit auf deine Checkliste. Für das Kind und die Erstausstattung gibt es teilweise Gelder, die man aber in der Regel immer im Vorfeld beantragen muss.

Mit deinem Baby kommen direkt ein paar Behördengänge nach der Geburt auf euch zu. Auf jeden Fall muss man zeitnah sein Neugeborenes anmelden. In manchen Krankenhäusern kann man die Geburt des Kindes direkt anmelden und spart sich damit den Weg zum Amt. Für die Anmeldung des Kindes wird in der Regel die Geburtsurkunde von beiden Elternteilen benötigt. Diese also am besten in die Kliniktasche mit einpacken. Wenige Tage später erhält man dann die Geburtsurkunden des Kindes per Post oder kann sie persönlich abholen. Auf den Geburtsurkunden eures Kindes ist übrigens vermerkt für welche Stelle sie vorgesehen sind. Sollte man eine Geburtsurkunde aus einem anderen Land benötigen, weil das Kind zum Beispiel eine doppelte Staatsbürgerschaft hat, kommen zu den normalen Behördengänge noch ein Termin beim jeweiligen Konsulat hinzu. 

Ruhig bleiben

Auch wenn es auf den ersten Blick viel erscheint, kann man sich hier in der Schwangerschaft bereits auf viele Termine vorbereiten und sich nach und nach durch die Anträge durcharbeiten. Sprecht auch als Paar ab, wer welchen Teil übernehmen kann und manchmal muss man sich für den Papierkram eine gute Freundin für die Motivation oder als Unterstützung bei Schwangerschaftsdemenz einladen. Schreib dir Checklisten für unterschiedliche Bereiche und hol dir Unterstützung, wo es dir hilft. Eine "Checkliste Schwangerschaft Formalitäten" klingt vielleicht erstmal merkwürdig, kann dir aber viel Klarheit bringen und dadurch Stress reduzieren. Vielleicht hast du eine weitere Liste "Checkliste Schwangerschaft Geburt" mit ganz anderen Themen. Nimm wahr, wieviel Aufschreiben für dich hilfreich ist und was dir eher Stress macht. Du sollst sowohl die Schwangerschaft als auch die Zeit nach der Geburt möglichst entspannt genießen. Und Behördengänge, um zum Beispiel die Geburtsurkunde abzuholen, darf ruhig jemand anders für dich übernehmen. So kannst du bereits in der Schwangerschaft üben, bestimmte Aufgaben abzugeben und kreative Lösungen zu finden, die für dich mehr Entspannung bringen. Und manchmal ist das einfach nur eine Checkliste, die etwas Übersicht und Klarheit in die vielen offenen Punkte bringt.